Schon mal überlegt, was passiert, wenn du eine Gitarre durch den Sampler-Wolf drehst und auf Nettigkeiten pfeifst? Sunwarper zerreißt das Regelbuch in diesem Video und verwandelt Gitarrensounds mit dem SP404 MK2 in völlig neue Klangmonster. Vergiss höfliches Fingerpicking – hier wird gehackt, rückwärts abgespielt und gepitcht, bis die Gitarre um Gnade winselt. Wenn du genug von Lofi-Klischees hast und sehen willst, wie ein Sampler zur echten Klangwaffe wird, schnapp dir einen Stuhl. Sunwarpers Ansatz: Aus jedem Riff das Maximum an Weirdness rausquetschen – und glaub mir, das Ding haut härter rein als Omas Pantoffel.

14. Juni 2026
SPARKY
sunwarper vs. Sechssaiter: Gitarrenmissbrauch mit dem SP404 MK2
Von sechs Saiten zu Klangchaos
Sunwarper schwelgt hier nicht in Nostalgie – er hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein erstes Instrument, die Gitarre, in reines Sample-Material zu verwandeln. Das Video startet mit einem Versprechen: Jeder melodische Sound im Beat (außer den Drums) stammt aus zerhackter Gitarre, nicht aus irgendeinem verstaubten Synth-Preset. Ein mutiger Move, der sofort die Richtung für eine Session kreativer Zerstörung vorgibt.
Von Anfang an ist klar: Hier geht es nicht darum, brav Gitarre über Beats zu legen. Es geht darum, ein Riff zu schnappen, durch den SP404 MK2 zu jagen und zu schauen, was für Monster dabei rauskommen. Wer Spaß daran hat, vertraute Sounds in etwas Frisches zu verwandeln, bekommt hier eine Meisterklasse im Rave-Bunker-Style.

"Ich habe aufgehört, die Gitarre als Instrument zu sehen und mehr als Ausgangsmaterial betrachtet, etwas, das man zerschneiden und in einen völlig anderen Sound verwandeln kann."
© Screenshot/Zitat: Sunwarper (YouTube)
Chop, Reverse, Pitch – Repeat

"Wir könnten zusätzliche Effekte drauflegen, wenn wir wollten. Aber stattdessen: Lass uns das Ding zerschneiden."
© Screenshot/Zitat: Sunwarper (YouTube)
Das Rückgrat dieser Session ist ein gnadenloses Chop-Fest. Sunwarper zeigt, wie man eine simple Gitarrenschleife zerlegt und dann mit der Auto-Mark-Funktion in Stücke hackt – wer hat schon Zeit für Handarbeit? Die Pads werden zugewiesen, eine Mute-Gruppe eingerichtet, und plötzlich kämpfen die Arpeggios gegeneinander um Platz. Choke-Groups? Pflicht, wenn du es tight und nicht matschig magst.
Auch beim Pitch-Control kennt er keine Gnade. Manche Chops landen im Basskeller, andere werden für mehr Glanz hochgejagt. Und für das ultimative Chaos wird alles rückwärts abgespielt. Mit etwas Feintuning an Start- und Endpunkten und einem Schlenker am Envelope entstehen Texturen, die mehr Straßenwaffe als Schlafzimmer-Jam sind.
Gitarre als Rohmaterial – nicht als Instrument
Sunwarper macht klar: Die Gitarre wird nicht mit Samthandschuhen angefasst. Für ihn geht es nicht ums klassische Spielen, sondern darum, schräge Geräusche zu greifen und jede Textur auszureizen. Beim Bass setzt er auf die Gitarre plus den berüchtigten Downer-Effekt des SP404 MK2 – Oktaven runter, Sättigung drauf und jedes digitale Knarzen wird gefeiert.
Hier wird’s spannend: Statt zum Synth oder Plug-in zu greifen, wird jeder Basssound aus der Gitarre geprügelt, manchmal mit so hässlicher Latenz, dass es weh tut. Aber mit etwas Resampling, kreativer Verzerrung und Envelope-Shaping entsteht ein Bass, der auch um vier Uhr morgens im Warehouse nicht fehl am Platz wäre.

"Ich will so viel wie möglich aus der Gitarre rausholen."
© Screenshot/Zitat: Sunwarper (YouTube)
Effekt-Overkill – SP404 MK2 im Angriff
Jetzt geht der Spaß richtig los. Sunwarper führt durch eine Parade von SP404 MK2-Effekten – Kodama, Juno Chorus, SX Reverb, Warm Saturator und mehr – und legt sie auf jedes Gitarren-Schnipsel, das er finden kann. Das Ziel? Jeden Sample so weit zu verbiegen, dass er neu klingt, aber noch einen Hauch vom Original trägt. Wer es trocken und sauber mag, ist hier falsch – es geht um Dreck, Bewegung und zufällige Goldfunde.
Selbst Wegwerf-Gitarrensounds werden zu Synth-Leads, Arpeggios und glitchigen Übergängen umgebaut. Der SP404-Resampling-Workflow wird zum Partytrick. Zu viele Effektketten und clevere Moves, um sie alle aufzuzählen – wer das Geheimrezept will, muss das Video schauen. Manche Dinge muss man einfach hören.
Mach die Hände schmutzig – Probier’s selbst

"Denk an die Gitarre als Klang-Leinwand."
© Screenshot/Zitat: Sunwarper (YouTube)
Was bleibt hängen? Hör auf, deine Gitarre zu verhätscheln, und misshandle deinen Sampler. Sunwarper macht klar: Diese Tricks sind nicht exklusiv für den SP404 MK2 – jeder Sampler taugt, wenn du mutig genug bist, zu experimentieren. Das Video endet mit einem Aufruf an alle Gitarristen und Beatmaker: Sample deine eigenen Saiten, verunstalte das Ergebnis und bau Tracks aus dem Chaos. Vielleicht stolperst du dabei über etwas, das tritt wie ein besoffenes Pferd.
Zum YouTube Video:
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https://www.youtube.com/sunwarper
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