MAKEN0ISE, die modularen Tüftler aus Asheville, melden sich mit einem gewohnt philosophischen Blick auf ihren XPO Stereo-Wavefolder zurück. Im Video wird gezeigt, wie der XPO einfache Wellenformen in komplexe Klangtexturen verwandelt – und das mit einer Prise modularer Verspieltheit. Erwartet werden Oszilloskop-Betrachtungen, Modulationsstrategien und die Art von Stereo-Tricks, bei denen Patchkabel vor Freude zucken. Wer wissen will, wie Falten, Entfalten und clevere CV-Routings die eigene Eurorack-Landschaft erweitern können, bekommt hier eine praxisnahe, patchorientierte Erkundung geboten.

6. Februar 2025
MILES
Von der Linie zur Faltung: MAKEN0ISE XPO und die Kunst des Stereo-Wavefoldings
Gestreckte Einfachheit: Die philosophische Faltung des XPO
Das Video beginnt mit einer Betrachtung der modularen Synthese als Reise von Einfachheit zu Komplexität – ein Thema, das MAKEN0ISE immer wieder aufgreift. Der XPO wird nicht nur als technisches Gerät vorgestellt, sondern als Werkzeug, das aus den simpelsten Wellenformen vielschichtige Klangstrukturen erschafft. Das Falten, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne, steht dabei im Mittelpunkt, wenn es darum geht, aus Einfachheit Komplexität zu schaffen.
MAKEN0ISE beschreibt das Stereo-Wavefolding des XPO als Möglichkeit, aus einem einzigen, einfachen Eingangssignal ein mehrdimensionales Ausgangssignal zu erzeugen. Durch Strecken, Biegen und letztlich Falten einer Wellenform führt das Modul von der Flachheit einer Sinuswelle hin zu einer reichen Landschaft harmonischer Komplexität. Das ist mehr als ein technischer Vorgang – es ist eine kreative Philosophie, die Nutzer dazu einlädt, neu zu denken, wie aus kleinen Gesten große Komplexität entstehen kann.

"To create complexity from simplicity is a long-term goal of modular synthesis."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Schicht um Schicht: Die Klang-Alchemie des Faltens

"Each fold adds a layer of complexity."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Die Demonstration taucht in die Mechanik des Faltens ein und zeigt, wie jeder weitere Faltungsschritt neue Klangdetails hinzufügt. Mit jeder weiteren Faltung entstehen höhere Partialtöne, das Klangbild verdichtet sich und gewinnt an Komplexität. Im Video wird das mit dem Kneten von Teig verglichen – jede Faltung schafft mehr Oberfläche und Struktur, ohne dass das Signal insgesamt größer wird.
Oszilloskop-Bilder unterstreichen das Prinzip: Aus einer einfachen Kurve wird ein Geflecht kleinerer Formen an den Rändern, die jeweils neuen Obertönen im Klang entsprechen. Der Prozess wird sowohl als Falten wie auch als Entfalten beschrieben, wobei mit jedem Schritt mehr Details und Nuancen sichtbar werden. Diese Dualität steht im Zentrum des XPO und macht ihn zu einem vielseitigen Werkzeug für klangliche Entdeckungsreisen.
Duale Modulation: Stereobreite aus einer einzigen CV
Ein zentrales Feature ist die Fähigkeit des XPO, mit nur einer Modulationsquelle komplexe Stereo-Effekte zu erzeugen. MAKEN0ISE erklärt, wie die linken und rechten CV-Eingänge intern verbunden sind, sodass beide Kanäle gleichzeitig oder unabhängig voneinander moduliert werden können – gesteuert über Panel-Regler und Attenuverter. So kann eine einzige Hüllkurve oder ein LFO beide Seiten ansteuern, wobei jeder Kanal unterschiedlich reagiert und ein breites, immersives Stereo-Feld entsteht.
Im Video wird demonstriert, wie zwei Faltungsprozesse gleichzeitig ablaufen, die jeweils an den linken und rechten Ausgängen erscheinen. Durch das Variieren der Modulationsstärke lassen sich subtile oder drastische Unterschiede zwischen den Kanälen erzielen, wodurch das Stereo-Bild bereichert wird – ganz ohne künstliche oder unausgewogene Effekte. Das gleiche Prinzip gilt auch für andere Ausgänge wie Pulsbreite und variable Klangfarbe und zeigt die Vielseitigkeit des XPO im Stereo-Design.

"Thus, here on XPO, we generate two different sets of folds at once from a single input."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Multiples und Modulation: Routing für komplexe Klanglandschaften

"The more directions you send this multiplicity, the more unwieldy and complex will be the results."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
MAKEN0ISE zieht eine Parallele zwischen dem Dirigieren eines Ensembles und dem Patchen eines Modularsystems und zeigt, wie Komplexität durch das Routen einer Modulationsquelle auf mehrere Ziele vervielfacht werden kann. Das unscheinbare Multiple (oder „Molt“) wird für seine Fähigkeit gefeiert, Steuerspannungen zu vervielfältigen, sodass eine einzige Geste mehrere Parameter im Patch beeinflussen kann. Dieser Ansatz steigert die Vielfalt und Unvorhersehbarkeit modularer Klanglandschaften exponentiell.
Das Video geht auch auf die Grenzen von Multiples ein: Sie erzeugen zwar perfekte Kopien, aber alle Ausgänge laufen synchron, sofern sie nicht weiterverarbeitet werden. Mit Modulen wie Maths kann das Timing oder die Form jeder Kopie verändert werden, wodurch sich die Komplexität weiter steigern lässt. Die Quintessenz: Das Routing und die Bearbeitung von Modulationssignalen sind beim Aufbau komplexer Patches genauso wichtig wie die Klangquellen selbst.
Klarheit in der Komplexität: Strategien für kreative Modulation
Im Schlussabschnitt werden Modular-Fans dazu eingeladen, über eigene Strategien nachzudenken, wie sich aus einfachen Eingaben komplexe Ergebnisse generieren lassen. MAKEN0ISE stellt die Frage, wie man bei der Vervielfachung von Modulationswegen und Faltungen die Übersicht und musikalische Kohärenz bewahrt. Das Video schlägt vor, dass es zwar verlockend ist, immer größere Komplexität anzustreben, es aber ebenso wichtig ist, die musikalische Beziehung zur ursprünglichen Geste zu erhalten.
Hier geht es um Balance: Die Freiheit der modularen Synthese soll genutzt werden, ohne das Ausgangssignal oder die Grundidee aus den Augen zu verlieren. Am Ende werden die Zuschauer eingeladen, ihre eigenen Ansätze zu teilen und sich auf weitere Erkundungen zu freuen. Ein passender Abschluss für ein Video, das ebenso viel kreative Philosophie wie technische Finesse vermittelt.
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