Arturia Augmented PERSIA: Hybride Klanglandschaften zwischen Tradition und Synthese

22. April 2026

LYRA

Arturia Augmented PERSIA: Hybride Klanglandschaften zwischen Tradition und Synthese

Arturias Augmented PERSIA ist weit mehr als eine gewöhnliche Sample-Library – es handelt sich um ein digitales Instrument, das tief gesampelte persische und nahöstliche Instrumente mit einer leistungsstarken hybriden Synthese-Engine verschmilzt. Im offiziellen Walkthrough zeigt Arturia, wie die Architektur von Augmented PERSIA das Morphen zwischen akustischer Authentizität und synthetischer Abstraktion ermöglicht – und das über ein Interface, das sowohl für spontane Performance als auch für tiefgehende Klanggestaltung konzipiert ist. Von expressiven Presets über ausgefeilte Modulationen bis hin zu Makro-Steuerungen: Dieses Video ist eine geführte Tour durch einen Workflow, der Performance und Sounddesign gleichermaßen in den Mittelpunkt stellt. Wir analysieren, was tatsächlich gezeigt wird, wie die Benutzeroberfläche das Erlebnis strukturiert und wo die Stärken der hybriden Engine liegen.

Tradition neu gedacht: Das hybride Fundament

Augmented PERSIA wird als modernes hybrides Software-Instrument vorgestellt, das die ausdrucksstarken Klangfarben persischer und nahöstlicher Instrumente mit der Flexibilität fortschrittlicher Synthese verbindet. Arturias Walkthrough macht klar: Hier geht es nicht um simples Sample-Playback, sondern um eine Plattform, die akustische Authentizität und elektronische Transformation vereint. Das Instrument schöpft aus einer kuratierten Auswahl traditioneller Quellen – Oud, Tar, Saz, Ney, Alto Kamanche und Char Kaman – und jede wurde detailliert gesampelt, um ihren einzigartigen Klangcharakter einzufangen.

Das hybride Konzept steht im Mittelpunkt: Nutzer:innen werden dazu ermutigt, fließend zwischen organischen Texturen und abstrakten, cineastischen Sounds zu wechseln. Das Video startet mit einer Reihe von Presets, die diese Bandbreite zeigen – von realistischen Saitenartikulationen bis hin zu fast surrealen Atmosphären. Diese Dualität bildet das architektonische Kernstück von Augmented PERSIA und legt die Basis für einen Workflow, der Ausdruck und Sounddesign gleichermaßen betont.

Augmented Persia ist ein modernes hybrides Software-Instrument, das den charakteristischen Klang traditioneller persischer und nahöstlicher…

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Die Play Page: Intuitives Morphen

Jedes Preset ist mit diesen Makros ausgestattet, sodass Sie sofort Klang, Charakter und Bewegung umgestalten können.

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Das Haupt-Interface dreht sich um die Play Page, die für schnelle, performative Klanggestaltung konzipiert ist. Im Zentrum steht der Morph-Regler – ein einziger Drehknopf, mit dem man zwischen akustischer Realistik und synthetischer Transformation gleiten kann. Dieses Makro ist mehr als nur ein Crossfade: Es steuert gleichzeitig mehrere Parameter im Hintergrund und ermöglicht so komplexe Klangveränderungen mit einer einzigen Bewegung.

Jedes Preset bringt sein eigenes Makro-Verhalten mit, sodass Morph- und weitere Makro-Regler (für Helligkeit, Bewegung und Dynamik) je nach Sound unterschiedlich reagieren. Dadurch lassen sich schon mit wenigen Handgriffen drastische Veränderungen erzielen, ohne in Menüs abtauchen zu müssen. Delay und Reverb sind ebenfalls direkt erreichbar, sodass sich der Raumcharakter unmittelbar formen lässt – die Play Page ist damit echtes Performance-Zentrum.

Deep Dive: Advanced Panel und Hybrid-Engine

Wer tiefer einsteigen will, findet im Advanced Panel die volle Architektur von Augmented PERSIA. Jeder Sound besteht aus zwei Layern, und jedes Layer kann entweder ein gesampeltes Instrument oder eine Synth-Engine beherbergen. Die gesampelten Instrumente sind nicht nur multisampled, sondern bieten auch verschiedene Artikulationen – Tremolo, Sustain, Harmonics für gezupfte Saiten, sowie ausdrucksstarke Sustains oder Pizzicato für gestrichene Instrumente. Diese Detailtiefe ermöglicht nuancierte Performances, die weit über statische Samples hinausgehen.

Auch prozessierte und experimentelle Sounds stehen bereit, die aus den Originalaufnahmen abgeleitet und durch Effekte und kreative Bearbeitung transformiert wurden. Auf Synthese-Seite stehen Analog-, Granular-, Harmonic- und Wavetable-Engines sowie eine einfache Sample-Engine für Loops oder Atmosphären zur Verfügung. Jede Engine bringt eigene Presets mit, die gezielt auf die gesampelten Inhalte abgestimmt sind – Layering und Hybridisierung sind hier ausdrücklich erwünscht.

Die Modulation wird über einen eigenen Bereich mit LFOs, Funktionsgeneratoren, Zufallsquellen und MIDI-Steuerungen wie Velocity und Aftertouch gehandhabt. Zuordnungen erfolgen visuell per Drag-and-Drop, und jeder Modulator bietet detaillierte Parameter. So entsteht eine flexible Modulationsmatrix, die von subtiler Bewegung bis zu radikalen Transformationen alles ermöglicht – und das bei stets übersichtlichem Workflow.

Im Kern verwendet Augmented Persia eine Hybrid-Engine, die Sampling und Synthese kombiniert.

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Expressive Presets, Modulation & Sequencing

Die Morph- und Makro-Regler können gleichzeitig mehrere Parameter über beide Layer hinweg beeinflussen, um beispielsweise Filter…

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Die Preset-Library von Augmented PERSIA ist darauf ausgelegt, das Ausdruckspotenzial der hybriden Engine zu demonstrieren. Jedes Preset ist auf Morph- und Makro-Regler gemappt, sodass sofortige Reaktionen und performative Klanggestaltung möglich sind. Die Makros können mehrere Parameter über beide Layer hinweg steuern, und im Macros-Tab lassen sich diese Zuweisungen einsehen und anpassen – inklusive Modulationstiefe und Kurvenform, passend zum eigenen Spielstil.

Der integrierte Arpeggiator und die Sequencing-Tools bringen zusätzliche Dynamik: Nutzer:innen können rhythmische Patterns, Timing und Velocity gestalten und ihren Sounds Bewegung verleihen. Damit wird Augmented PERSIA nicht nur zur Klangquelle, sondern auch zum Pattern-Generator – ideal für Studio, DAWless-Setups und Live-Performance.

Effekte: Von subtil bis dramatisch

Die Effektsektion von Augmented PERSIA ist in Layer-spezifische und globale Effekte unterteilt. Jedes Layer kann individuell bearbeitet werden, sodass sich beispielsweise ein trockener Akustik-Layer mit einem stark prozessierten synthetischen Layer kombinieren lässt. Globale Delay- und Reverb-Effekte formen den Gesamtklangraum und ermöglichen es, von intimen Kammerklängen bis zu weiten, cineastischen Räumen zu wechseln.

Arturia betont, dass die Effekte sowohl für subtile Veredelung als auch für drastische Transformationen genutzt werden können. Ob man einen traditionellen Klang sanft polieren oder ein Hybrid-Preset ins Experimentelle treiben will – die Effektarchitektur unterstützt verschiedenste kreative Ansätze. Der Workflow bleibt dabei konsistent: Für schnelle Eingriffe reicht die Play Page, für chirurgische Kontrolle steht das Advanced Panel bereit.


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