In diesem Arturia-Feature bekommen wir eine Führung durch Mutato Muzika mit niemand Geringerem als Mark Mothersbaugh von DEVO, der auf Jahrzehnte klanglicher Entdeckungen zurückblickt. Im Mittelpunkt steht Arturias Memory V – eine digitale Hommage an den legendären Memorymoog, neu verpackt für heutige Workflows. Mothersbaugh teilt offene Anekdoten über das analoge Wildwest, die Frustrationen manueller Synthesizer-Wiedergabe und wie Memory V klassischen Charakter mit moderner Bequemlichkeit verbindet. Erwartet eine Mischung aus Nostalgie, technischen Überlegungen und der Perspektive eines Künstlers darauf, warum eingebaute Effekte und digitale Flexibilität frische kreative Möglichkeiten eröffnen können.

5. Juni 2026
MILES
Arturias Memory V: Mutierende Moog-DNA mit Mark Mothersbaugh
Von Moog-Erinnerungen zu modernen Tools
Mark Mothersbaugh stellt sich zunächst als Gründungsmitglied von DEVO sowie als produktiver Komponist für Film, TV und Games vor. Das Video positioniert den Memory V sofort nicht nur als weiteres Software-Instrument, sondern als Kanal für die übergroße klangliche Persönlichkeit des klassischen Memorymoog. Mothersbaughs Studio, Mutato Muzika, dient als Kulisse – ein Raum, in dem Jahrzehnte musikalischer Neugier und Experimentierfreude spürbar sind.
Er beschreibt den Memory V als Brücke zwischen den Epochen, die den Charakter der klassischen Moog-Hardware in ein Werkzeug für zeitgenössische Komponisten und Sounddesigner überträgt. Es geht nicht nur um Nostalgie; vielmehr darum, auf die klangliche DNA eines verehrten Instruments zuzugreifen – mit der Flexibilität und Direktheit, die moderne Workflows verlangen.
Das analoge Archiv: Evolution im Sounddesign
Ein Rundgang durch das analoge Archiv von Mutato Muzika zeigt die enorme Bandbreite von DEVOS Synthesizer-Erbe, darunter historische Stücke aus Connie Planks Studio und Geschichten über die Zusammenarbeit mit Brian Eno und David Bowie. Mothersbaugh zeichnet das Bild einer Ära, in der Synthesizer-Einstellungen mehr Kunst als Wissenschaft waren – mühsam von Hand dokumentiert, aber oft unmöglich exakt zu reproduzieren, dank analogem Drift und den Geistern in der Schaltung.
Er beschreibt die Frustration, zu einem Patch zurückzukehren, der trotz sorgfältiger Notizen am nächsten Tag nie ganz gleich klang. Dieser praktische, unvorhersehbare Prozess prägte die kreative Verdrahtung der Musiker – ein krasser Gegensatz zu den heute speicherbaren, jederzeit veränderbaren digitalen Umgebungen. Die Erzählung bereitet den Boden dafür, warum Werkzeuge wie Memory V mit ihrer originalgetreuen Emulation und modernen Annehmlichkeiten für Veteranen wie Neulinge so reizvoll sind.

"Back in those days, there was no such thing as anything in the way of synthesizers that were automated."
© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)
Effekte an Bord: Sofortige klangliche Mutation

"All of the effects that are in the Memory Moog, that's exactly what I'm always looking for in a synth."
© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)
Mothersbaugh hebt die eingebauten Effekte im Memory V als entscheidenden Faktor für unmittelbare Kreativität hervor. Die Möglichkeit, komplexe, bearbeitete Sounds direkt aus dem Synth aufzunehmen, macht umständliche externe Effektketten oder nachträgliche Bearbeitung überflüssig. Für Sounddesigner bedeutet das: weniger Zeit mit Verkabelung verbringen, mehr Zeit damit, einzigartige Klänge direkt an der Quelle zu formen und festzuhalten – ein klarer Verweis auf die praktischen Anforderungen moderner Musikproduktion.
Nostalgie vs. Jetzt: Balance zwischen Alt und Neu
Es wird eine sanfte Spannung zwischen der Ehrfurcht vor Vintage-Geräten und der Wertschätzung moderner Technik ausgelotet. Mothersbaugh merkt an, dass frühe Synthesizer für viele einen romantischen Reiz haben, ihre Einschränkungen aber auch hemmend sein konnten – lange Aufbauzeiten, unzuverlässige Stimmung und unvorhersehbares Verhalten. Im Gegensatz dazu bieten heutige digitale Tools wie Memory V nicht nur den klassischen Sound, sondern auch mehr Leistung, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit.
Er beobachtet, dass Technologie es Musikern heute ermöglicht, schneller zu arbeiten und kreative Entscheidungen effizienter zu treffen. Der Workflow dreht sich weniger darum, mit den Eigenheiten der Hardware zu kämpfen, sondern mehr darum, Ideen fließen zu lassen – ein Wandel, der besonders denen auffällt, die die Macken der analogen Ära selbst erlebt haben.

"It makes sense to go leave grandpa behind and get the kids involved."
© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)
Die fortlaufende Reise des Klangforschers

"I'm really looking forward to see how young people take the new technology that's available now and turn it into something that all of us are surprised by."
© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)
Mothersbaugh schließt, indem er Klangforschung als nie endenden Prozess beschreibt, bei dem neue und alte Technologien miteinander verschmelzen, um neue Ausdrucksformen zu ermöglichen. Er erinnert sich an jüngste Kompositionen, in denen modernste elektronische Synths, Vintage-Geräte aus den frühen DEVO-Tagen und sogar unkonventionelle Klangquellen wie Boxring-Glocken und Vogelrufe kombiniert wurden – ein Beweis für kreative Neugier, die sich nicht an Traditionen bindet.
Letztlich stellt das Video den Memory V in den Kontext, zukünftige Generationen zu inspirieren. Mothersbaugh äußert seine Vorfreude darauf, wie junge Musiker diese Werkzeuge nutzen und damit Zuhörer überraschen, begeistern oder sogar schockieren könnten. Die Botschaft ist klar: Die Entwicklung der Synthese ist im Gange, und die Kreuzung von Vergangenheit und Gegenwart prägt weiterhin die Musik von morgen.
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