Behringer UB-1 Micro: Taschenformat mit klassischem Analog-Charakter

18. Dezember 2025

MILES

Behringer UB-1 Micro: Taschenformat mit klassischem Analog-Charakter

Der UB-1 Micro von Behringer scheint die Gesetze der Physik – und vielleicht auch einige Erwartungen – auf den Kopf zu stellen. Im offiziellen First-Look-Video präsentiert Behringer seinen ultra-kompakten, analog inspirierten UB-1 Micro, der klassische Synth-Klänge und echte Hands-on-Kontrolle buchstäblich in die Hosentasche bringen will. Trotz seiner winzigen Maße ist der UB-1 Micro randvoll mit Features: Zwei DCOs, ein Vierpol-VCF, zwei LFOs, ein Arpeggiator mit drei Modi und eine Touch-Tastatur, alles angetrieben von legendären Analog-Chips. Hier steht die Portabilität im Vordergrund, ohne beim Sound Kompromisse einzugehen – ein spannendes Werkzeug für Modular-Fans und mobile Producer gleichermaßen.

Ein Mikro-Synth mit großen Ambitionen

Behringer eröffnet die Präsentation des UB-1 Micro mit einem Vergleich zum größeren UBX8 und hebt dabei vor allem das ultra-portable Format des neuen Synths hervor. Der UB-1 Micro wird als weltweit kleinster, voll ausgestatteter Analog-Synthesizer positioniert – ein Anspruch, der den Ton für das gesamte Video vorgibt. Zwar steht die Größe im Mittelpunkt, doch Behringer betont, dass es sich hier nicht nur um ein Gimmick handelt: Unter der Haube steckt echte Klangformung.

Die ersten Minuten des Videos sind mit einem Augenzwinkern versehen: Einen Mikro-Synth aus der Hosentasche zu ziehen, wird als einzigartiges Erlebnis beschrieben, das selbst die zukunftsverliebten 1980er nicht vorhergesehen hätten. Damit präsentiert sich der UB-1 Micro als Produkt, das sowohl nach vorne schaut als auch klassische Analog-Tugenden pflegt – eine Brücke zwischen Portabilität und ernstzunehmender Synthese.

Das ist der kleinste voll ausgestattete analoge Synthesizer der Welt.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Zwei DCOs, klassischer Filter und Hands-on-Bedienung

Er wird von den legendären 3396- und 3397-Analogchips angetrieben.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Hinter dem winzigen Gehäuse steckt eine erstaunlich robuste Architektur. Im Kern arbeiten die legendären 3396- und 3397-Analogchips, denen Behringer die satten und druckvollen Klänge zuschreibt. Im Video wird die Frontplatte durchgegangen: USB-C für Strom und MIDI, ganz im Sinne moderner Workflows und mobiler Setups. Ein echter Netzschalter – bei kompakten USB-Geräten inzwischen fast eine Rarität – und ein fest verbauter MIDI-Eingang sorgen für nahtlose Integration ins Live-Setup.

Klanglich bietet der UB-1 Micro zwei DCOs mit Sägezahn-, Dreieck- und Rechteckwellen (inklusive PWM), einen Rauschgenerator und einen Suboszillator für extra Tiefe. Der Filter ist ein klassischer Vierpol-VCF mit Cutoff- und Resonance-Reglern, der von sanften Sweeps bis zu schmutziger Resonanz alles abdecken kann. Die Regler dienen gleichzeitig als Menü-Navigation, unterstützt von OLED-Display und Encoder für schnelles Editieren. Der Synth beherrscht sowohl monophone als auch duophone Modi – ideal für Bässe, Leads oder geschichtete Sounds.

Performance-Tools: Arpeggiator und Touch-Tastatur

Die Performance-Features stehen im Mittelpunkt: Behringer hebt den dreimodigen Arpeggiator des UB-1 Micro hervor, der Hold, Notenunterteilung, Gate, Swing sowie interne und externe Sync-Optionen bietet – ein vielseitiges Werkzeug für rhythmische und melodische Experimente. Die 16-stufige, berührungsempfindliche Tastatur sorgt für zusätzliche Spielfreude und ermöglicht spontanes Jammen und Klangforschung in Echtzeit.

Im Video werden außerdem die zwei LFOs mit verschiedenen Wellenformen (Dreieck, Sägezahn, Rechteck) für Modulationen von Pitch und Filter sowie zwei ADSR-Hüllkurven für Amplitude, Filter-Cutoff und Oszillator-Tuning erwähnt. Für ein Gerät, das locker in eine Manteltasche passt, bietet der UB-1 Micro damit eine erstaunlich breite Modulationspalette.

Ein dreimodiger Arpeggiator mit Hold, Notenunterteilung, Gate, Swing sowie internen oder externen Sync-Optionen.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Portabilität trifft Konnektivität

Portabilität ist ein wiederkehrendes Thema, und Behringer zeigt, wie der UB-1 Micro per USB-C vom Handy oder einer Powerbank betrieben werden kann. Der fest verbaute MIDI-Eingang und der Stereo-Kopfhörerausgang (gleichzeitig Master-Out) machen das Gerät sowohl für mobile Jams als auch für komplexere Setups einsatzbereit. Der Fokus auf Konnektivität zeigt: Der UB-1 Micro ist kein Spielzeug für unterwegs, sondern ein ernstzunehmendes Werkzeug für Produzenten und Performer.


Presets, Software und kreative Möglichkeiten

Zum Abschluss stellt Behringer die 32 eingebauten Presets vor, die von Alternate Patches erstellt wurden. Eigene Sounds lassen sich speichern und über die Synth Tribe Software verwalten – das öffnet die Tür zu umfangreicher Individualisierung und Backups. Diese Integration fördert einen Workflow, der zwischen sofortiger Inspiration und tiefergehender Klanggestaltung pendelt und macht den UB-1 Micro zu einem flexiblen Begleiter für spontane Jams wie für das Studio.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/behringer-ub-1-micro-pocket-sized-powerhouse-with-classic-analog-attitude/
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