Bonedo Synthesizers: So machst du aus jedem Synth einen Acid-303

14. August 2026

SPARKY

Bonedo Synthesizers: So machst du aus jedem Synth einen Acid-303

Schon mal auf den Kontostand geschaut, bei TB-303-Preisen gestöhnt und gedacht: Es muss doch günstiger gehen? Bonedo Synthesizers liefert das Rezept, wie du fast jeden Synth in eine echte Acid-Maschine verwandelst. Basti verzichtet auf Hype und zeigt, worauf es wirklich ankommt: Filter, Slide, Accent und die fiesen Sequencer-Tricks, die Acid-Basslines zum Bouncen bringen. Kein Blabla – nur die puren 303-Essentials. Wenn du deinen braven Synth in eine Rave-Bunker-Waffe verwandeln willst, bist du hier richtig.

Vom Bass-Flop zur Acid-Ikone

Basti von Bonedo Synthesizers gibt erstmal einen Crashkurs, wie die TB-303 versehentlich zur Legende wurde. Ursprünglich als Bassgitarren-Ersatz gedacht, floppte die 303 so dermaßen, dass Roland sie nach wenigen Jahren wieder einstellte. Doch als Ende der 80er digitale Synths den Markt übernahmen, landeten die verstaubten Kisten bei klammen Produzenten, die nach billigem Analog-Dreck suchten.

Was dann passierte, ist elektronische Folklore: Acid House war geboren, und plötzlich wurden der schräge Sequencer und das kreischende Filter der TB-303 zum Rückgrat eines ganzen Genres. Heute musst du für ein Original dein Wohnzimmer beleihen. Basti hat aber keine Zeit für Synth-Snobismus – er zeigt dir, wie du das Squelch auch ohne Organspende bekommst.

Ich hab meine 303 für 60 Mark oder so gekauft.

© Screenshot/Zitat: Bonedo Synthesizers (YouTube)

Die 303-Formel entschlüsselt

Kann ich den 303-Sound mit dem Synth nachbauen, den ich schon habe? Ich sage ja – mit ein paar Einschränkungen.

© Screenshot/Zitat: Bonedo Synthesizers (YouTube)

Mal ehrlich: Die TB-303 ist kein Hexenwerk. Basti zerlegt, worauf es ankommt – monophone Signalführung, ein Oszillator (Square oder Saw), ein brutal resonantes Tiefpassfilter und ein Sequencer, der Slide und Accent kann. Kein Zauber, nur clevere Konstruktion.

Die eigentliche Magie steckt im Sequencer: Accent hebt Lautstärke, Filterhüllkurve und Cutoff an, Slide lässt Noten ineinander gleiten – das sorgt für den legendären Gummibass. Die meisten modernen Synths können das auch, wenn du weißt, wo du drehen musst. Es geht nicht ums Logo – sondern ums Verhalten.

Acid auf jedem Synth: Schritt für Schritt

Basti wird praktisch mit Ableton Live und einem ASM Hydrasynth, aber die Methode klappt mit fast allem, was MIDI und ein Filter hat. Erstmal eine Ein-Takt-Bassline mit Oktavsprüngen und gezielten Accents programmieren – klassisches Acid-Terrain. Mit Velocity steuerst du die Accents: Die meisten Noten leise, aber die entscheidenden (z.B. Step drei und höhere Oktaven) aufgedreht.

Für den Slide einfach die MIDI-Noten überlappen lassen. Wenn dein Synth auf Mono steht und Glide aktiviert ist, passt das. Kein Boutique-Sequencer oder Vintage-Roland nötig – dieser Workflow ist purer Acid mit modernem Twist. Basti bleibt sachlich: Einzeichnen, Velocity setzen, überlappen, fertig.


Accent und Slide auf den Punkt gebracht

Jetzt geht’s an die Details, die den 303-Sound ausmachen. Basti zeigt, wie du Velocity auf Filter-Cutoff und Amp-Volume routest – so wie beim Original-Accent. Wenn dein Synth eine brauchbare Mod-Matrix hat, ist das in Sekunden erledigt. Envelope-Modulation aufs Filter ist die dritte Säule – solange drehen, bis es richtig schnappt.

Dann der Slide: Hydrasynth auf Mono, Glide an, und die überlappenden Noten schmieren wie beim Original ineinander. Glide-Time feinjustieren, bis es zwischen subtiler Squelch und Gummiband flippt. Die Magie steckt wie immer im Feintuning – für den vollen Dreck am besten das Video anhören.

Alle diese Modulationstiefen-Buttons emulieren gerade im Prinzip den Accent-Button einer originalen 303.

© Screenshot/Zitat: Bonedo Synthesizers (YouTube)

Acid-Test: Das Jam

Der Beweis folgt auf dem Fuß. Basti zieht die Sequenz eine Oktave runter, dreht die Resonanz auf und jammt los – Warehouse-Feeling garantiert. Klar, es ist kein pixelgenauer Klon jeder Vintage-303 – jeder Synth hat seinen eigenen Charakter – aber für Dancefloor-Zerstörung reicht das locker. Wer jetzt noch meint, vier Riesen für ein Original ausgeben zu müssen, hört nicht richtig hin.


Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Du findest ihn hier: https://synthmagazine.com/bonedo-synthesizers-how-to-make-any-synth-scream-acid-like-a-303/
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