Make Noise ReSynthesizer: Eine modulare Tafel für klangliche Neuerfindung

31. Oktober 2024

MILES

Make Noise ReSynthesizer: Eine modulare Tafel für klangliche Neuerfindung

Make Noise, die experimentierfreudigen Modularpioniere aus Asheville, präsentieren den ReSynthesizer – ein 7U-System, das weniger ein festes Instrument als vielmehr eine klangliche Tafel für Abenteuerlustige ist. Aufbauend auf acht Jahren Modulentwicklung vereint dieses System die spektralen Zaubereien des Spectraphon mit der granularen Vielseitigkeit des Morphagene, alles gestützt von einem ausgefeilten CV-Generatoren-Set. Im typischen Make Noise-Stil führt das Video durch die konzeptionellen Wurzeln, die Patch-Philosophie und eine Reihe von Begegnungen mit traditionellen Instrumenten im Drop of Sun Studio. Der ReSynthesizer ist nicht einfach eine Modulsammlung – er ist eine Plattform zur klanglichen Neuerfindung und lädt dazu ein, Audio zu formen, zu zerlegen und neu zusammenzusetzen – auf vertraute wie völlig neue Weise.

Eine moderne modulare Tafel

Der ReSynthesizer wird als Make Noises Antwort auf die sich wandelnden Bedürfnisse moderner Modularmusiker vorgestellt. Statt eines statischen Instruments präsentiert er sich als flexibles, offenes System – eine kuratierte Modulsammlung, die zusammen eine Plattform für klangliche Erkundungen bildet. Das Video verfolgt die Ursprünge bis zu einem Superbooth-Demorig, das ursprünglich zur Präsentation des SoundHack Spectraphon zusammengestellt wurde. Was als temporäre Konfiguration begann, erwies sich schnell als unverzichtbar, wobei Layout und Modulauswahl für das Make Noise-Team zur zweiten Natur wurden.

Dieses System geht über technische Raffinesse hinaus; es geht um das Zusammentreffen von Alt und Neu – sowohl bei den Klangquellen als auch in der musikalischen Philosophie. Der ReSynthesizer wird als Werkzeug beschrieben, um neue Klänge aus vorhandenem Material zu erschaffen und elektronische Geschichte mit zukunftsweisendem Design zu verbinden. Die Platzierung von Modulen wie Morphagene neben Spectraphon, anfangs eine praktische Entscheidung, entwickelte sich zu einem Workflow, der kreatives Patchen und zufällige Entdeckungen fördert. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Musiker und Instrument – das System ist ebenso von Interaktion wie von Schaltkreisen geprägt.

Es ist ein modernes modulares Musikinstrument, das eine Reihe unabhängiger Module zusammenbringt, um neue Klänge aus bereits existierenden…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Spectraphon und Morphagene: Das doppelte Herzstück

Diese Module sind speziell darauf ausgelegt, Klang zu zerkauen und wieder auszuspeien, um neue Klänge aus bereits vorhandenem Material zu…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Im Zentrum des ReSynthesizer stehen die Module Spectraphon und Morphagene, die gemeinsam neu definieren, was im Modular-Kontext als Klangquelle gilt. Anders als klassische Oszillatoren sind diese Module darauf ausgelegt, Audio zu zerlegen und neu zusammenzusetzen, um aus vorhandenem Material neue Texturen zu schaffen. Morphagene arbeitet in Amplituden- und Zeitdomäne, nimmt Audio auf und spielt es ab, wobei es durch Wiederholung, Geschwindigkeitsänderung, Umkehrung und granulare Neuordnung manipuliert werden kann. So wird jeder aufgezeichnete Klang zu einem formbaren Patch-Element, das für weitere Bearbeitung bereitsteht.

Spectraphon hingegen agiert in der Frequenzdomäne und nutzt spektrale Amplitudenmodulation, um Audio basierend auf seinem harmonischen Gehalt neu zu interpretieren. Es geht weniger um wörtliche Wiedergabe, sondern darum, das spektrale Wesen eines Klangs herauszulösen und neu zu synthetisieren. Beide Module können Material auch ohne direkten Input generieren – Morphagene aus gespeicherten Reels, Spectraphon über Oszillatormodi – und sind so vielseitige Motoren für Sampling und Synthese. Das unterstützende Ensemble, darunter QPAS und Mimeophon, verwischt die Grenze zwischen Klangquelle und Prozessor weiter und unterstreicht die Flexibilität und den kreativen Missbrauch, den der ReSynthesizer ermöglicht.

Workflow als Spielwiese: CV, Touch und Patchbarkeit

Das Design des ReSynthesizer ist ganz auf Experimentierfreude ausgelegt. Mit zwei Maths-Modulen, einem CV-Generatoren-Set sowie dem DXG für Stereomischung und PrssPnt für Touch-Interaktion lädt das System dazu ein, Patchen als Spiel zu begreifen. Das 4-Zonen-CV-Bus-Case ermöglicht komplexe Modulationsroutings mit Leichtigkeit. Hier wird kein Workflow vorgegeben – stattdessen sind Nutzer eingeladen, ihren eigenen zu erfinden und Klangbausteine nach Belieben anzuordnen und umzugestalten.

Make Noise positioniert den ReSynthesizer als ein offenes Instrument – eine Tafel für klangliche Ideen, nicht als vorschreibendes Werkzeug. Die Kombination aus klassischer Sequenzierung (René, Tempi), ausdrucksstarker Steuerung (PrssPnt) und tiefer Modulation (Wogglebug, doppeltes Maths) erlaubt es, fließend zwischen generativen, performativen und experimentellen Ansätzen zu wechseln. Das durch Praxiserfahrung verfeinerte Layout spiegelt eine Philosophie wider, bei der Patchen Entdeckung und nicht bloße Ausführung bedeutet.

Der ReSynthesizer ist so flexibel und symbiotisch wie die Synthese, die ihn patcht.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Begegnungen im Drop of Sun: Tradition trifft Modularität

So konnte er einige enge Begegnungen mit verschiedenen traditionellen Musikinstrumenten haben.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Um die Vielseitigkeit des ReSynthesizer zu demonstrieren, bringt Make Noise das System ins Drop of Sun Studio in Asheville, wo es auf traditionelle Instrumente wie Gesang, Harmonium, elektrische Sitar, Pedal Steel und Klavier trifft. Diese Sessions zeigen, wie das System akustische Klänge aufnehmen, transformieren und in neue elektronische Texturen verwandeln kann. Das Video bietet ausgedehnte musikalische Intermezzi, die verdeutlichen, wie der ReSynthesizer die Grenzen zwischen Quelle und Synthese verschwimmen lässt.

Dieser kollaborative Kontext unterstreicht die Rolle des Systems als Brücke zwischen Welten – akustisch und elektronisch, komponiert und improvisiert. Der ReSynthesizer verarbeitet nicht nur externe Klänge, sondern lädt Musiker zur Interaktion ein, indem sie Rohmaterial einspeisen und auf die Transformationen des Systems reagieren. Das Ergebnis ist eine Demonstration von Modularsynthese als lebendigen, kollaborativen Prozess, der von Interaktion und Unvorhersehbarkeit lebt.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/make-noise-resynthesizer-a-modular-blackboard-for-sonic-reinvention/
Zum YouTube Video:


Zum YouTube Video: