Make Noise scheut sich bekanntlich nicht vor unkonventionellen Designs und präsentiert mit dem XPO einen Stereo-Oszillator, der nicht nur einen, sondern gleich zwei 1v/Oct-Eingänge bietet. Im offiziellen Video taucht das Make Noise-Team in die praktischen und kreativen Möglichkeiten dieses seltenen Features ein – von exponentieller FM über manuelle Transposition bis hin zu sich entwickelnden Sequenzen. Wer seinen Oszillator nicht einfach nur brav in Stimmung halten will, bekommt hier einen patch-orientierten Einblick, wie die beiden Pitch-Eingänge des XPO neue Ebenen der Kontrolle und Musikalität eröffnen. Wer wissen will, wie sich Sequenzen stapeln, dynamische Tonartwechsel gestalten oder was passiert, wenn man Spannungen dorthin schickt, wo sie „eigentlich nicht hingehören“, sollte dieses Video nicht verpassen.

17. April 2025
MILES
Make Noise XPO: Zwei 1v/Oct-Eingänge – Ein Patch-Paradies
Zwei Wege zur Tonhöhe: Die Dual-1v/Oct-Eingänge des XPO
Der Make Noise XPO hebt sich im Oszillator-Dschungel durch seine zwei 1v/Oct-Eingänge ab – ein Feature, das im Eurorack alles andere als Standard ist. Schon zu Beginn stellt das Video klar: Hier handelt es sich um eine bewusste Designentscheidung, die Patchern erlaubt, über die übliche Einzeltonhöhensteuerung hinauszudenken. Der zweite Eingang ist dabei keineswegs bloß ein Duplikat; er fungiert als exponentieller Frequenzmodulationseingang, wird mit dem primären Pitch-CV summiert und ist – entscheidend – ungedämpft, reagiert also direkt auf jede anliegende Spannung.
Das eröffnet eine Vielzahl kreativer Patchmöglichkeiten. Im Video wird der zweite Eingang als Transpose-Steuerung vorgeschlagen, aber genauso gut eignet er sich für Audio-FM oder gestufte Spannungen. Mit einem abgeschwächten Audiosignal lassen sich klassische exponentielle FM-Effekte erzielen, deren Tiefe mit der Amplitude des Eingangssignals wächst. Die Architektur des XPO lädt zum Experimentieren ein und macht ihn zu einem Spielplatz für alle, die die Tonhöhensteuerung ihres Oszillators auf neue Ebenen heben wollen.

"Das ist natürlich eine relativ ungewöhnliche Funktion bei einem einzelnen Oszillator – wozu also das Ganze?"
("This of course is a relatively unusual feature on a single oscillator, so what's it for?")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Exponentielle FM und dynamische Tonhöhen – ein doppelter Ansatz

"Ein wichtiger Unterschied zwischen exponentieller und linearer FM ist, dass wir beim XPO einen Wert halten können, indem wir eine Gleichspannung wie ein gestuftes Zufalls-CV oder einen Sequencer einspeisen."
("An important difference between exponential and linear FM is that with XPO we can hold a value by sending a DC voltage such as random stepped CV or a sequencer.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Mit beiden 1v/Oct-Eingängen bietet der XPO die Möglichkeit, klassische Pitch-Sequenzen mit exponentieller FM in einem Modul zu kombinieren. Im Video wird gezeigt, wie das Einspeisen einer Gleichspannung – etwa von einem gestuften Zufalls-CV oder einem Sequencer – in den zweiten Eingang dem Oszillator dank DC-Kopplung erlaubt, eine statische Tonhöhe zu halten. Das unterscheidet sich deutlich von linearer FM, bei der statische Spannungen zu Transienten statt zu stabilen Verschiebungen führen.
Die Fähigkeit, sequenzierte Tonhöhen mit FM zu kombinieren, eröffnet dynamische Klangmanipulationen. So kann man etwa die Haupttonhöhe sequenzieren und den zweiten Eingang für Transpositionen oder zusätzliche Modulation nutzen. Das Ergebnis ist ein ausdrucksstärkerer Oszillator, der sowohl präzise Melodien als auch wilde, sich entwickelnde Klangfarben ermöglicht – je nachdem, wie man patcht. Das Dual-Input-Design des XPO lädt dazu ein, die Grauzone zwischen stabiler Tonhöhe und kontrolliertem Chaos auszuloten.
Manuelle Transposition und tonale Vielfalt in der Praxis
Vom Konzept geht es im Video direkt in die Praxis: Die beiden 1v/Oct-Eingänge werden für manuelle Transposition und tonale Vielfalt genutzt. Mit einem Make Noise René-Sequencer wird der X-Kanal für die Hauptsequenz verwendet, während das Y-CV für Transpositionsaufgaben herhält. Durch manuelles Auswählen von Transpositionen auf der René-Latch-Seite lassen sich gezielt Tonartwechsel und Intervallsprünge einbauen – das bringt eine performative Komponente ins Sequencing.
Dabei geht es nicht nur um willkürliche Tonhöhenverschiebungen. Im Video wird deutlich: Geschwindigkeit und Intervall der Transposition beeinflussen das musikalische Ergebnis massiv. Schnelle, beliebige Transpositionen können das tonale Zentrum auflösen, während eine Beschränkung auf Oktaven oder einfache Intervalle die Sequenz geerdet hält. Mit der Quantize-Seite des René werden Transpositionen auf bestimmte Noten limitiert – so bleiben selbst schnelle Oktavsprünge musikalisch schlüssig, während mehr Noten zu Tonartwechseln und harmonischer Bewegung führen.

"Wenn man die Transpositionsspannung mit ähnlicher Geschwindigkeit wie die Hauptsequenz sequenziert, können die hinzugefügten Intervalle beliebig werden und jegliches tonales Zentrum kann verloren gehen."
("One thing you might notice is if you sequence your transposing voltage at a similar rate to the main sequence, the interval adding may start to become arbitrary and any sense of tonality may start to be lost.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Sequenz-Stitching und kreative Interaktionen

"Das Entscheidende ist: Auf welcher Note auch immer eine Sequenz stoppt, diese wird als Transpositionsnote für die andere Sequenz übernommen."
("But here's the thing, whichever note a given sequence stops on will still be added as a transposition note for the other sequence.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Das Video geht noch einen Schritt weiter und zeigt, wie sich durch alternierende und gestapelte Sequenzen über die beiden XPO-Eingänge komplexe, sich entwickelnde Muster erzeugen lassen. Werden zwei René-Kanäle mit gleichem, aber phasenversetztem Clock getriggert, laufen die Sequenzen abwechselnd, während die jeweils andere pausiert. Der Clou: Die letzte Note der gestoppten Sequenz dient als Transpositionsquelle für die aktive – so werden zwei Melodielinien zu einer längeren Sequenz mit eingebauter Variation zusammengenäht.
Durch unterschiedliche Längen der beiden Sequenzen entstehen fortlaufende Transpositionsverschiebungen, was einen selbstmodulierenden Patch ergibt, der sich ständig weiterentwickelt. Das Resultat sind melodische Variationen, die sich auf das Ausgangsmaterial beziehen, aber nie exakt wiederholen. Diese Technik zeigt das kreative Potenzial der beiden 1v/Oct-Eingänge des XPO – nicht nur für FM oder Transposition, sondern als Möglichkeit, mehrere musikalische Ideen zu einem reichhaltigeren, texturierteren Performance-Patch zu verweben.
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