Arturia – MiniFreak 49: Führt die Touch-Matrix schneller zum passenden Sound?

28. Oktober 2026

TAS

MiniFreak 49: Führt die Touch-Matrix schneller zum passenden Sound?

Ein Wisch, und die Leuchtpunkte weichen spaltenweise einer neuen Preset-Seite. Alex führt im Arturia-Tutorial „MiniFreak 49 | Modulators & Mod Matrix“ vom 27. Oktober 2026 vor, wie dieselbe Touch-Fläche vom Modulationswerkzeug zum Klangbrowser wird. Der spannende Teil ist dabei weniger die Animation als die Frage dahinter: Kommt man über eine Fläche voller direkt anwählbarer Plätze leichter zu einer musikalischen Idee?

49 Plätze, ein Dreh zum Bass

Arturia – MiniFreak 49 | Modulators & Mod Matrix | ARTURIA

© Screenshot/Zitat: Arturia (YouTube)

Alex zeigt zunächst eine Gesamtansicht mit gedimmt weißen Punkten. Nur das ausgewählte Preset leuchtet in der Farbe seines Klangtyps. Die Matrix ersetzt dabei nicht das Display: Dort stehen weiterhin Seitenzahl, Name und Typ. Die Fläche liefert also den direkten Zugriff, der Bildschirm die lesbare Identität. Das ist ein reizvoller Ansatz für ein Instrument, bei dem man nicht jeden Speicherplatz auswendig kennen möchte.

Interessanter als möglichst viele erreichbare Sounds ist allerdings, welche davon gerade gebraucht werden. Am Matrix-Drehknopf filtert Alex die Liste nach Typen wie Bass, Lead, Pad, Keys oder Strings. Die Punkte übernehmen dann die jeweilige Kategorienfarbe und zeigen, wie viele Presets vorhanden sind und wo sie liegen. Wer einen Bass sucht, kann die Auswahl damit erst eingrenzen und dann gezielt antippen. Wie viel Zeit das gegenüber anderen Auswahlwegen spart, misst das Tutorial nicht.

Warum nicht alles bunt leuchtet

Wie stark solche Farben die Erwartung prägen, lässt sich bei Starsky Carr beobachten. In „The not so Minifreak“ lädt er seine eigenen, ursprünglich für den kleineren MiniFreak gebauten Sounds und erkundet die Oberfläche. Beim Preset-Browser hält er inne: Vor einem von ihm erwähnten Update seien die Plätze je nach Klangtyp unterschiedlich eingefärbt gewesen, nun sähen sie in der Gesamtansicht gleich aus. Die bunte Übersicht vermisst er ausdrücklich.

Carr führt aber auch die weiterhin farbigen Kategorien vor und identifiziert später etwa violette Pads. Für die Orientierung ist diese Unterscheidung wesentlich: Arturias Anleitung beschreibt eine weiße Gesamtliste mit farbig ausgewähltem Preset, während die gefilterte Ansicht die Kategorie einfärbt. Eine LED-Fläche ist eben nicht automatisch selbsterklärend. Man muss erst wissen, ob ihre Farbe gerade einen einzelnen Klang oder die gefilterte Auswahl bezeichnet.

Starsky Carr – The not so Minifreak // Arturia Minifreak 49

© Screenshot/Zitat: Starsky Carr (YouTube)

Die Kategorie komponiert noch nicht

Noisegate – Arturia MiniFreak 49: Full-Size Keys Change Everything

© Screenshot/Zitat: Noisegate (YouTube)

Noisegate setzt in „Arturia MiniFreak 49: Full-Size Keys Change Everything“ an einer erfreulich musikalischen Stelle an: Mit vorbereiteten Drums vom OPXY entsteht ein Track. Zuerst sucht der Vorführende einen Bass, nimmt ihn auf und ergänzt Akkorde. Danach braucht er etwas deutlich Zupfenderes, das sich gegen die langen Klänge behauptet. Genau hier endet die Aussagekraft eines Etiketts wie Lead oder Keys: Die gesuchte Eigenschaft entsteht aus dem Zusammenspiel.

Noch schöner wird es bei den Soundeffekten. Nach der Suche beschließt er, einen klassischen Rausch-Filter-Riser selbst zu bauen. Er wählt Noise, routet LFO 1 zum Cutoff und nimmt schließlich das Ergebnis auf. Der Browser ist hier kein Selbstzweck und auch kein Ersatz fürs Schrauben. Er bringt den Musiker zu einem Ausgangspunkt – weiter geht es mit einer konkreten Vorstellung vom Track.

Gefunden – und jetzt anfassen

Die verspielteste Konsequenz zeigt wieder Alex: Nach der Auswahl kann dieselbe Fläche unter Freak Control zum Performance-Werkzeug werden. Im FX-Mix-Modus liegen drei Effektanteile und der Filter-Cutoff an den vier Ecken; die zusätzliche Z-Achse steuert Voice Spread. Diese Achse reagiert laut Anleitung auf die Kontaktfläche des Fingers. So wird aus dem eben gefundenen Preset Material, das sich mit einer Handbewegung weiterformen lässt. Das ist für Entdeckungsfreudige womöglich der größere Gewinn als das bloße Abkürzen der Suche.

Arturia – MiniFreak 49 | Modulators & Mod Matrix | ARTURIA

© Screenshot/Zitat: Arturia (YouTube)

Ob 49 Punkte tatsächlich schneller zum passenden Sound führen, bleibt ohne Zeitvergleich offen. Plausibel ist der kürzere Weg zur eingegrenzten Auswahl. Noisegates Track zeigt aber den wichtigeren Maßstab: Nicht wie rasch das nächste Preset geladen ist, sondern ob daraus die nächste musikalische Entscheidung wird.

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