Stephen McCaul von Noise Engineering öffnet die Kiste und zeigt sein aktuelles Modular-Setup – genau das Case, das hinter seinen jüngsten Performance-Jams steckt. Im Video führt er durch ein dicht gepacktes Eurorack-System mit sechs eigenständigen Stimmen, cleverem Mixing und einigen Prototypen. Vom metallischen Incus bis zum gesättigten Punch des Polydactyl bekommt jedes Modul seinen Platz in einem Patch, der so performativ wie klanglich vielfältig ist. Wer wissen will, wie ein Boutique-Designer ein echtes Modularsystem für den Live-Einsatz konfiguriert, findet hier eine Fundgrube an Routing-Ideen, Modulationstricks und Workflow-Ansätzen.

3. August 2025
MILES
Noise Engineerings Modular-Case: Ein Flickenteppich aus Stimmen und Kontrolle
Ampleggio, Debel, Electus, Incus, Lapsus, Libre Legio, Manis, Mimetic Digitize, Polydactyl, Temp, Vert Inter, Zero Mixer
Kompakter Spielplatz: Stephens Modular-Case enthüllt
Stephen McCaul, Chief Noisemaker bei Noise Engineering, eröffnet das Video mit einer Vorstellung des Modular-Cases, das das Rückgrat seiner letzten Performances bildet. Das Setup ist beeindruckend kompakt und bietet dennoch eine breite Palette an klanglichen Möglichkeiten. Dieses Case ist nicht einfach eine Modulsammlung – es ist ein sorgfältig kuratiertes Ökosystem, das auf Flexibilität und Direktheit im Live-Jam ausgelegt ist.
Im Mittelpunkt steht, wie viel sich auf kleinem Raum realisieren lässt. Stephen deutet die Raffinesse des Systems an und merkt an, dass es sechs Stimmen enthält – ein beachtlicher Wert für ein Case dieser Größe. Das Video verspricht einen Breakdown in sechs Teilen, die jeweils einen anderen Aspekt von Design und Funktion beleuchten.

"Es gibt tatsächlich sechs Stimmen in diesem Case, was ziemlich ausgeklügelt ist, denke ich, für so ein kleines Case."
("There are actually six voices in this case which is pretty sophisticated I suppose for this small of a case.")© Screenshot/Zitat: Noiseengineering (YouTube)
Sechs Stimmen, sechs Charaktere: Oszillatoren im Einsatz
Im Herzen des Systems stehen die sechs Stimmen, die Stephens Modularsound prägen. Die ersten beiden Stimmen sind Incus-Module, wobei eines meist als Kick dient und das andere für metallisch-klirrende Töne sorgt. Dieses doppelte Incus-Setup ermöglicht sowohl rhythmische Basis als auch perkussive Färbung und zeigt die Vielseitigkeit des Moduls im Patch.
Es folgt der Temp, den Stephen fast immer für Hi-Hat-artige Texturen nutzt, sowie der Debel, ein flexibles Modul für Melodien, Bass oder auch klirrende Klänge – je nach Patch. Abgerundet wird das Set durch zwei weitere Stimmen: ein Vert Inter durch ein Ampleggio für tiefe, wummernde Bässe und schließlich der Manis, der mit seinem aggressiven Charakter das Klangbild erweitert. Jeder Oszillator ist wegen seines eigenen Timbres gewählt und unterstreicht Noise Engineerings Vorliebe für markante, performance-taugliche Stimmen.
Mixing, Routing und Kompression: Das Signalfluss-Zentrum

"Es ist ein Parallelkompressor."
("It is a parallel compressor.")© Screenshot/Zitat: Noiseengineering (YouTube)
Die Mischung übernimmt der Zero Mixer, mit dem Stephen zwei eigenständige Submixe erstellt. Die ersten drei Stimmen werden über Send A zu einem Rhythmus-Submix zusammengeführt, der dann durch den Libre Legio komprimiert wird. Dieses parallele Kompressions-Setup sorgt für dynamisches Zusammenspiel von Kick, Hi-Hat und anderen rhythmischen Elementen – lebendiges Ducking und Punch inklusive, was für die Performance-Energie entscheidend ist.
Send B des Zero Mixers ist für den Electus reserviert und liefert temposynchronen Reverb, den Stephen über einen Return-Kanal präzise im Pegel steuert. Nach den Effekten läuft das Hauptsignal durch den Polydactyl, dessen Sättigung in Echtzeit moduliert wird und so zusätzliche Textur und Drive ins Spiel bringt. Diese Routing-Struktur maximiert nicht nur die klangliche Kontrolle, sondern ermöglicht auch spontane Eingriffe ins Mixing und die Effekte während des Sets.
Sequencer-Prototyp: Rhythmisches Gehirn und Pattern-Spiel
Im Zentrum von Stephens Performance-Workflow steht ein Sequencer-Prototyp – ein Einzelstück, das zwar nie in Serie gehen dürfte, aber für seinen kreativen Prozess zentral ist. Der Sequencer bietet ein 16-Step-Grid mit manueller Bearbeitung und die Möglichkeit, Euclidean- und lineare Rhythmen per Slider zu überlagern. So lassen sich im Handumdrehen von simplen Beats bis zu komplexen, synkopierten Patterns alles zusammenstellen.
Der Sequencer verfügt zudem über einen Sync-Stack für die Pitch-Steuerung und kann arpeggierte Parts triggern, was seine Flexibilität für Rhythmus- und Melodie-Generierung unterstreicht. Alle Trigger werden über dieses Gerät verwaltet, sodass Stephen komplexe Grooves und sich entwickelnde Sequenzen live formen kann – ganz im Sinne des modularen Hands-on-Experiments.

"Damit kann man sehr schnell entweder ganz einfache Rhythmen oder ziemlich komplizierte und stark synkopierte Sachen zusammenstellen."
("It makes it really easy to very quickly just throw together either really basic rhythms, or really some pretty complicated and heavily syncopated stuff.")© Screenshot/Zitat: Noiseengineering (YouTube)
Master Controls und Modulation: Cross-Mod, Envelopes und Mimetic Digitize

"Das sind tatsächlich ziemlich komplizierte Interaktionen. So kann man wirklich verrückte Sounds erzeugen."
("These are actually kind of complicated interactions. So you can get some just really crazy sounds going on.")© Screenshot/Zitat: Noiseengineering (YouTube)
Im unteren linken Bereich des Cases sitzen drei Lapsus und ein Mimetic Digitize – laut Stephen das Master-Control-Zentrum. Die ersten vier Slider steuern die Decay-Zeiten der Anfangsstimmen und ermöglichen so weiche Übergänge und dynamische Veränderungen im Patch. Die nächste Gruppe regelt die Cross-Modulation: Envelope-Ausgänge werden von einer Stimme auf mehrere Parameter einer anderen geroutet, was zu komplexen, sich entwickelnden Interaktionen und gelegentlich wilden Klangabfahrten führt.
Weitere Modulation liefert der Mimetic Digitize mit vier Kanälen Step-CV. Diese werden verschiedenen Parametern zugewiesen, darunter Tonkontrollen für die Kick, Saw-Mod am Vert und Sättigung am Polydactyl. Damit sind tiefe, unmittelbare Eingriffe in Klangfarbe und Dynamik möglich – ein Paradebeispiel für kreative Modular-Workflows. Stephen betont abschließend, dass – abgesehen von einem einzigen externen Effektmodul – alles, was in seinen jüngsten Jams zu hören ist, aus diesem kompakten Case stammt.
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