AudioPilz vs Yamaha AN1x: Blaue Kiste im Bad Gear-Bunker

12. September 2026

SPARKY

AudioPilz vs Yamaha AN1x: Blaue Kiste im Bad Gear-Bunker

AudioPilz zerrt den Yamaha AN1x endlich aus seinem 90er-Jahre-Krypta für einen gnadenlosen Bad Gear-Check. Memes, Verschwörungstheorien und bissige Synth-Sprüche garantiert. Ist dieser blaue Klotz eine vergessene Rave-Waffe oder nur ein weiteres Plastikrelikt aus einer verlorenen Ära? Halte dich bereit für Scenes, Morphs und jede Menge Spott. Das ist kein Synth-Review für Anfänger.

Blaues Plastik und virtueller Wahnsinn: AN1x ausgepackt

AudioPilz macht keine halben Sachen – der Yamaha AN1x bekommt die volle Bad Gear-Kur, blaue Hülle inklusive. Gleich zu Beginn gibt’s einen Spruch über Synth-Trauma und das berüchtigte CS1X-Gehäuse. Die Message ist klar: Liebe auf den ersten Blick ist das nicht, aber vielleicht entwickelt sich eine dreckige Art von Respekt. Der virtuelle Analog-Engine des AN1x bewegt sich irgendwo zwischen Verschwörungstheorie und vergessener Legende, mit Seitenhieben auf Yamahas mysteriöse VL- und VP-Serien.

Für einen Synth, der weniger Regler als seine Konkurrenten hat, behauptet sich der AN1x trotzdem in der Mid-90s-Liga. AudioPilz stellt klar: Erwartet kein Frontpanel-Rave, aber schreibt ihn auch nicht als Spielzeug ab. Es schwingt ein „Warum hat das so lange gedauert?“ mit – und das liegt nicht nur am Blau. Der AN1x ist so ein Synth, den man hinter einem Stapel alter Trance-Platten findet, bereit für seinen Meme-Moment.

Auf den ersten Blick gibt mir das blaue Gehäuse Transrompler-PTSD.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Oszillator-Spielereien & FX: Was steckt drin?

Für überraschend authentisches DX7-LARPing und angenehm un-analoge Klänge.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Jetzt wird’s richtig spannend. AudioPilz taucht ein in die zwei virtuellen Analog-Oszillatoren, Noise, Sync, PWM und sogar ein bisschen FM-Action. Wer auf DX7-Cosplay steht oder seine Wellen schon vor dem Filter abrunden will, kommt hier auf seine Kosten. Es gibt Ringmod, Bonus-Wellenformen und einen „Edge“-Parameter, der das Signal je nach Geschmack höflicher oder dreckiger macht.

Die Filtersektion bringt alles mit – sanfte Lowpass-, bratzige Bandpass- und ein paar Highpass-Optionen wie eine nächtliche Dönerbestellung. Modulation gibt’s mit zwei LFOs, drei Hüllkurven und der berüchtigten Yamaha-Matrix: Menü-Tauchen für Fortgeschrittene. AudioPilz bemängelt den fehlenden Daten-Encoder – wer tief rein will, braucht flinke Finger. FX? Multi-FX, Reverb, Delay, EQ – alles da, um den Sound zu veredeln oder komplett zu zerstören.

Scene-Morphs, altbackener Workflow & dieser Klangcharakter

Hier will der AN1x mehr sein als nur Mittelklasse. Zehn Stimmen, verteilt auf zwei sogenannte Scenes, die sich morphen, layern oder fett im Unison stapeln lassen. Patches mit dem Modwheel morphen – ein frecher Trick, der immer noch Spaß macht, auch wenn das UI wie ein Relikt aus der Modem-Ära wirkt. Free EG und ein Vier-Spur-Automations-Sequencer bringen Extra-Würze, aber wie AudioPilz warnt: Der Workflow ist nicht gerade modern – eher UI-Archäologie mit Bonus-Arpeggiator.

Was den AN1x rettet, ist sein eigenständiger Sound. AudioPilz feiert die weicheren Klangfarben und die Fähigkeit des Engines, sich von den üblichen Nord- und JP-8000-Klischees abzuheben. Es ist nicht nur Rave-Stab und Trance-Käse; der AN1x kann auch geschmackvoll, dramatisch und sogar etwas schräg, wenn man sich durch das altbackene Interface kämpft. Das Ribbon-Controller macht überraschend immer noch Laune.

Der digitale Charakter des Instruments wird hier deutlicher. Sicher nicht jedermanns Sache, aber definitiv nützlich, besonders im größeren…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Von Techno bis Synthwave: AudioPilz lässt es krachen

Die Jams sprechen für sich. AudioPilz jagt den AN1x durch Techno, Elektro und Synthwave und zeigt, wie das Teil entweder durchschneidet oder sich einfügt – je nach Bedarf. Hier hört man die ungewöhnliche Stimme des Synths: mal digital, mal cremig, manchmal beides in einem Takt. Wer den vollen Geschmack will, muss das Video schauen; Text kann nicht einfangen, wie das Ding von fettem Bass zu Retro-Drama wechselt. Der AN1x ist ein echtes Überraschungspaket und in den richtigen Händen immer noch eine Straßenwaffe.


Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Du findest ihn hier: https://synthmagazine.com/audiopilz-vs-yamaha-an1x-blue-box-mayhem-in-the-bad-gear-bunker/
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