Behringer LM DRUM: Hybrid-Sampling-Drum-Machine-Architektur entschlüsselt

10. Januar 2025

LYRA

Behringer LM DRUM: Hybrid-Sampling-Drum-Machine-Architektur entschlüsselt

Die Behringer LM DRUM ist mehr als nur ein nostalgischer Rückblick – sie ist eine hybride Sampling-Drum-Machine, die den Vintage-Crunch mit moderner Workflow-Flexibilität verbindet. In diesem Deep-Dive auf dem offiziellen Behringer-Kanal führt Patrick (alias PatchDog) durch die wichtigsten Features der LM DRUM: von variablen Sample-Rate-DACs und 8–12 Bit Tiefe über den intuitiven Sequencer, Performance-Modi bis hin zu Sound-Shaping-Tools. Wir bekommen einen klaren Einblick, wie die Architektur der LM DRUM sowohl klassischen Drum-Machine-Vibe als auch zeitgemäße Produktionsanforderungen unterstützt – inklusive Onboard-Sampling und einer Suite analog inspirierter Effekte. Wer wissen will, wie digitale und analoge Elemente in einer modernen Groovebox zusammenfinden, bekommt hier einen aufschlussreichen Überblick.

Hybride DNA: Vintage-Crunch trifft moderne Flexibilität

Die Behringer LM DRUM wird als hybride Sampling-Drum-Machine vorgestellt, die sowohl den Charakter klassischer Sampler als auch die Vielseitigkeit moderner Produktionen einfangen will. Patrick, der Moderator, klärt gleich zu Beginn ein zentrales architektonisches Detail: Jede der 16 Stimmen der LM DRUM ist mit einem eigenen variablen Sample-Rate-DAC ausgestattet, der mit wählbaren Bittiefen von 8 bis 12 Bit arbeitet. Dieser hardwarebasierte Ansatz wird als Unterscheidungsmerkmal hervorgehoben – statt Software-Emulation setzt Behringer auf echte Digital-Analog-Wandlung, was die begehrten, knusprigen und dennoch weichen Artefakte klassischer Maschinen erzeugt.

Der Präsentationsstil von Behringer ist direkt und auf Zugänglichkeit ausgerichtet. Hier wird klar, dass die LM DRUM sowohl Retro-Fans als auch moderne Beatmaker anspricht. Der Live-Audio-Feed aus den Stereoausgängen unterstreicht den rohen Klangcharakter der Maschine und bereitet den Boden für einen Rundgang, der Nostalgie und praktische Workflow-Features verbindet.

So no software emulation here like lots of modern samplers tend to do and of course software samplers inherently do, this is the real thing.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Sequencer-Power: 109 Sounds, 64 Steps und mehrere Modi

So yeah, that's how you program in the different velocities for the pads that have them.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Die LM DRUM ist mit 109 Drum-Sounds ausgestattet, die über anschlagdynamische Pads abrufbar sind, die je nach gewähltem Modus unterschiedlich reagieren. Im Pad-Modus können Drums direkt getriggert werden, mit Velocity-Layern und Round-Robin-Effekten für ein menschlicheres Spielgefühl – etwa wechselnde Hi-Hat-Samples für mehr Realismus. Das Standard-LM-2-Kit wird vorgestellt, aber Nutzer können problemlos LM-1-Claps oder andere Variationen laden, was die Flexibilität der Sound-Engine unterstreicht.

Der Live-Recording-Modus ist unkompliziert: Aufnahme starten, spielen und das Pattern mit Metronom- und Tempokontrolle einspielen. Im Step-Modus verwandeln sich die Pads in einen klassischen Step-Sequencer, bei dem jede Drum mit mehreren Velocity-Stufen programmiert werden kann – visuelles Feedback per LED erleichtert Auswahl und Bearbeitung. Der Workflow ist intuitiv gestaltet und erlaubt schnelles Umschalten zwischen Instrumenten und Dynamikstufen für detailreiche Programmierung.

Pattern- und Song-Modi runden das Sequencing-Arsenal ab. Im Pattern-Modus lassen sich Patterns auswählen und verketten, während der Song-Modus Zugriff auf Pattern-Bänke für komplette Arrangements bietet. Im Video wird gezeigt, wie diese Modi nahtlos ineinandergreifen und sowohl spontanes Jammen als auch strukturierte Kompositionen im 64-Step-Sequencer ermöglichen.

Performance-Tools: Mutes, Solos und kreative Jam-Funktionen

Der Performance-Workflow steht klar im Fokus: Die LM DRUM bietet eine Reihe von Tools für Live-Jams und kreative Arrangements. Solo- und Mute-Funktionen sind über dedizierte Tasten und Voice-Selects schnell erreichbar, sodass sich Kanäle im Handumdrehen isolieren oder stummschalten lassen. Das gleichzeitige Aufheben aller Solos oder Mutes gelingt mit einer einfachen Tap-and-Hold-Geste – Menü-Tiefen werden so im Live-Betrieb vermieden.

Weitere kreative Werkzeuge sind Step Repeats und Note Repeats, mit denen sich komplette Steps oder einzelne Drum-Hits für dynamische Fills und Breakdowns loopen lassen. Das Auto-Fill-Feature im Pattern-Modus ermöglicht es, jedes Pattern als Fill einzusetzen und so Spontanität und Variation ins Live-Set zu bringen. Diese Features unterstützen einen hands-on, improvisatorischen Workflow, der sich sowohl für DAWless-Setups als auch für hybride Studios eignet.

Then there's the step repeats where you can loop steps with the trigger button.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Sound-Shaping: Analoger Wave Designer, Dual-Mode-Filter und Distortion

Die Sound-Manipulationsmöglichkeiten der LM DRUM sind umfassend: Ein dedizierter Mixer-Bereich erlaubt das Ausbalancieren von Lautstärken und Panning im Stereofeld. Darüber hinaus bietet ein Tuning-Panel Pitch-Kontrolle für ausgewählte Drums – Snares, Toms, Congas und Hi-Hat-Decay – und ermöglicht so klassische wie experimentelle Klangfarben. Im Video wird gezeigt, dass sich selbst Elemente ohne Frontpanel-Tuning über das Interface anpassen lassen, was tiefgehende Individualisierung unterstützt.

Ein Highlight ist der analoge Effektbus mit Wave Designer und Dual-Mode-Filter (Low-Pass und High-Pass). Das Zuweisen von Drums zum Effektbus ist einfach: Send-Taste drücken, Kanäle auswählen. Wave Designer und Filter können für drastische Klangveränderungen bis zum Äußersten getrieben werden, wobei der analoge Signalweg als zentrales Charaktermerkmal betont wird.

Abgerundet wird das Toolkit durch ein integriertes Distortion-Modul, das über das Display erreichbar ist. Dieser Effekt verleiht einzelnen Drums Gewicht und Schmutz und kann Sounds bis ins Crunchy-Territorium treiben. Das Video zeigt, wie diese analog inspirierten Tools in Kombination mit digitaler Sample-Manipulation ein breites Spektrum für individuelle Drum-Sounds eröffnen.


Onboard-Sampling: Aufnehmen, Editieren, Integrieren

it's also a vintage sampler and I say vintage because it will give you 8 to 12 bit sampling, something that beat makers from hip hop to EDM…

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Sampling ist ein zentrales Feature, und die LM DRUM unterstützt Direktaufnahmen über den Eingang – ganz ohne Computer, wobei die Integration mit der Synth Tribe App für Sample-Transfers ebenfalls möglich ist. Der Workflow ist klassisch: Quelle anschließen, Eingangspegel setzen, heiß aufnehmen für punchy Artefakte, dann trimmen und speichern. Die resultierenden Sounds profitieren von den variablen Bit-Tiefen der DACs und bekommen so einen warmen, runden Charakter mit Vintage-typischen Artefakten.

Nach der Aufnahme können Samples Pads in User-Bänken zugewiesen, geloopt, rückwärts abgespielt oder getrimmt werden. Die Editieroberfläche erlaubt das Setzen von Loop-Bereichen, Start- und Endpunkten sowie Decay-Hüllkurven – sowohl für One-Shots als auch komplexere Sample-Manipulationen. Diese Onboard-Sampling-Fähigkeit, kombiniert mit den analogen und digitalen Prozessoren der LM DRUM, macht sie zu einem flexiblen Werkzeug für Beatmaker, die sowohl Direktheit als auch tiefgehendes Sounddesign suchen.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/behringer-lm-drum-hybrid-sampling-drum-machine-architecture-unpacked/
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