Behringer Steps: Das Schweizer Taschenmesser der Modulation für Eurorack-Tüftler

15. Januar 2025

MILES

Behringer Steps: Das Schweizer Taschenmesser der Modulation für Eurorack-Tüftler

Behringer wagt mit Steps einen großen Schritt in die Modulationswelt und präsentiert ein kompaktes Eurorack-Modul, das als Antwort auf alle CV-Generator-Fragen dienen soll. Auf dem offiziellen Kanal zeigt Behringer, wie Steps sechs unabhängige Sektionen vereint, die jeweils als Hüllkurve, LFO, Sequencer oder als kreative Mischung daraus agieren können. Das Video führt durch die flexiblen Modi und Patch-Tricks des Moduls und macht klar: Steps ist sowohl für kleine, platzsparende Racks als auch für ausufernde Modular-Setups gedacht. Wer gerne experimentiert und vielseitige Modulation sucht, könnte mit Steps ein neues Lieblingswerkzeug finden – vorausgesetzt, man ist bereit, in die Multi-Mode-Tiefen einzutauchen.

Kompakte CV-Power im Rack

Behringer stellt Steps als multifunktionalen CV-Generator vor, der sich gezielt an Modular-Fans richtet, die Flexibilität auf engem Raum schätzen. Das Video bringt es schnell auf den Punkt: Steps soll all jene bedienen, die Hüllkurven, LFOs, Sequencer und mehr in einem einzigen Modul suchen. Mit seinen sechs identischen Sektionen wird Steps als Werkzeug präsentiert, das sich je nach Modulationsbedarf anpassen lässt – egal ob im kleinen Skiff oder als Erweiterung eines größeren Systems.

Im Fokus steht die Vielseitigkeit: Jede Sektion kann unabhängig arbeiten oder mit anderen verknüpft werden, sodass komplexe Modulationsformen oder einfache Einzel-Trigger möglich sind. Behringers Präsentationsstil bleibt gewohnt klar und praxisnah, mit Fokus auf konkrete Patch-Beispiele statt abstrakter Theorie. Wer schon einmal mitten im Patch zu wenig Modulationsquellen hatte, erkennt den Reiz sofort.

Steps can be used as a multiple stage envelope, multiple LFO, sample and hold, step sequencer, or a creative mix between them.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Sechs Sektionen, endlose Möglichkeiten

Just like a classic envelope, each step start generating a CV as soon as a trigger gate signal is received, or when the previous step has…

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Jeder der sechs Steps verfügt über eigene Bedienelemente, sodass Nutzer sie als eigenständige Generatoren oder als koordiniertes Team einsetzen können. Das Video zeigt, wie diese Sektionen einzeln oder gemeinsam genutzt werden – je nach gewünschter Komplexität. Dieses modulare Konzept ermöglicht zum Beispiel drei unabhängige AD-Hüllkurven oder eine mehrstufige Modulationsquelle, alles aus demselben Modul.

Der Workflow ist dabei einfach gehalten: Wer von rechts nach links patcht, gruppiert Steps automatisch, und der Modus jeder Sektion – Ramp, Step oder Hold – wird über eine farbcodierte Taste gewählt. Das Design lädt zum Experimentieren ein und erlaubt es, das Modulations-Setup schnell umzubauen, ohne sich durch Menüs oder Untermodi zu quälen. Für alle, die gerne direkt am Modul schrauben, sind die haptischen Bedienelemente und die optische Rückmeldung ein echtes Plus.

Modi für jede Modulationslaune

Steps bietet drei Hauptbetriebsmodi, die jeweils ihren eigenen klanglichen Charakter mitbringen. Im Ramp-Modus (grün) verhält sich jeder Step wie ein klassisches Hüllkurvensegment, das durch ein Gate oder das Ende des vorherigen Steps ausgelöst wird. Die Kurvenform lässt sich von exponentiell bis logarithmisch formen, die Zeit wird per Fader eingestellt – ideal für sich entwickelnde Modulationen oder knackige Trigger.

Hält man die Taste gedrückt, wird der Step zum LFO, wobei der obere Regler die Wellenform von Rampe über Dreieck bis Rechteck morpht. So entstehen bis zu sechs unabhängige LFOs, jeder mit eigener Rate und Form – eine Seltenheit in einem einzigen Modul. Im orangefarbenen Step-Modus bestimmt der Fader den CV-Wert, und gruppiert man Steps mit einem Clock-Input, erhält man einen klassischen Step-Sequencer. Glide zwischen den Steps ist über den oberen Regler möglich, und mit Noise und Clock wird daraus ein Sample-and-Hold-Generator samt Glättung.

Im roten Hold-Modus kommen Envelope-Fans auf ihre Kosten: Hier wird der CV für eine per Regler bestimmte Zeit gehalten – perfekt, um in Ketten Trapez- oder Attack-Hold-Release-Hüllkurven zu bauen. Das Video zeigt auch den Loop-Modus für klassische ADSR-Verläufe, bei denen die Hold-Phase endet, wenn das Gate losgelassen wird. Dieses Modus-Trio deckt enorm viel ab und macht Steps zu einem echten Allrounder für Modulationsbastler.

With the upper knob, you can change the shape of the modulation from a rising ramp to a triangle to square.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Chaining für modulare Eskalation

Behringer hebt hervor, dass sich bis zu sechs Steps-Module miteinander verketten lassen – damit sind komplexe Modulationsarchitekturen möglich. In kleinen Racks deckt ein Steps die meisten CV-Aufgaben ab, in größeren Systemen lassen sich durch das Ketten mehrerer Module aufwendige, mehrstufige Hüllkurven, komplexe Sequencer-Muster oder parallele Modulationsströme realisieren.

Das Video stellt diese Skalierbarkeit als echten Game Changer für Nutzer dar, die ihr System nach und nach ausbauen wollen. Durch das serielle Patchen mehrerer Module entstehen Modulationsnetzwerke, für die man sonst einen ganzen Haufen separater Hüllkurven, LFOs und Sequencer bräuchte. Ganz im modularen Geist: klein anfangen, mit den Patch-Ambitionen wachsen.


Experimentierfreude: Feedback und mehr

Steps is the Swiss army knife of modulation.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Die Schlussminuten des Videos setzen auf den experimentellen Geist, der die Modulsynthese ausmacht. Behringer ermutigt dazu, den Ausgang eines Steps in einen anderen zu schicken oder Feedback-Loops innerhalb des Moduls zu bauen. So eröffnet sich eine Welt sich entwickelnder, selbstmodulierender Muster und unvorhersehbarer Ergebnisse – ein Fest für experimentierfreudige Patch-Fans.

Steps wird als echtes Schweizer Taschenmesser der Modulation positioniert, wobei die einzige Grenze die eigene Experimentierlust ist. Egal ob klassische Formen oder wildes, feedbackgetriebenes Chaos: Das Design lädt zum Forschen ein. Wer sein Rack als Labor sieht, dürfte hier fündig werden.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/behringer-steps-modulation-swiss-army-knife-for-eurorack-tinkerers/
Zum YouTube Video: