Behringers Thriller-Remake: Legendäre Grooves mit günstigen Synths

18. Oktober 2026

MILES

Behringers Thriller-Remake: Legendäre Grooves mit günstigen Synths

, , , , , 

Behringer wagt das Remake von Michael Jacksons ‚Thriller‘ – mit modernen, erschwinglichen Synths und Drum Machines. Folge eins zeigt Drum-Programmierung, EQ und Mixtricks.

Die Ausgangslage: Thriller neu gedacht – bezahlbar

Behringer eröffnet die Episode mit einem Verweis auf ‚Thriller‘ als ultimative 80er-Hymne, geprägt von legendären Studiomusikern und Produzenten. Schnell wird das Offensichtliche angesprochen: Während das Original auf seltene, heute extrem teure Vintage-Synths setzte, will dieses Remake mit erschwinglicher, moderner Hardware möglichst nah an den Sound herankommen. Das Setup schont das Portemonnaie und verzichtet bewusst auf Sammlerstücke.

Wichtig: Jeder Sound und jede Sequenz wird im heimischen Studio aufgenommen, gemischt und arrangiert – kein Luxus-Profi-Studio. Der Host nennt sein Arsenal: Poly D, LM Drum, JT2, Wave und den JN80, allesamt von Behringer. Die Botschaft ist klar: Hier geht es nicht um Museumsstücke, sondern um einen praxisnahen Ansatz. Die Serie will klassische Pop-Produktion mit Equipment entmystifizieren, das sich auch Normalsterbliche leisten können.

Ich dachte, es wäre spannend zu sehen, wie nah ich mit Synths komme, die für uns Normalsterbliche erschwinglich sind.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

LM Drum im Fokus: Das Thriller-Pattern patchen

Ich habe die LM Drum so eingerichtet, dass alle Kanäle in den Stereoausgang gehen, außer Kick und Clap, die für mehr Kontrolle separat…

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Jetzt geht es ans Eingemachte: Die LM Drum steht im Mittelpunkt. Alle Kanäle laufen in den Stereoausgang – außer Kick und Clap, die für mehr Kontrolle separat ausgegeben werden. Ein klassischer Kniff, um das Rückgrat des Rhythmus gezielt zu formen. Im Video wird eine entscheidende Feinheit gezeigt: Die Standard-Congas werden durch LM1-Conga-Samples ersetzt und ein eigener Clap-Sound aus der RD8 geladen. Diese Anpassungen zielen darauf ab, den Groove des Originals möglichst genau zu treffen.

Es folgt das Step-Programming: Tempo auf 118 BPM, Pattern-Länge 32 Steps. Die Programmierung ist akribisch: Kick auf allen Zählzeiten, geschlossene Hi-Hats durchgehend, offene Hi-Hats abwechselnd, Cowbell auf den Offbeats, Low und High Congas präzise platziert, dazu Snare und Clap für das typische Pattern. Jeder Sound wird mit viel Gespür für die Details gesetzt, die ‚Thriller‘ so unverwechselbar machen.

Von boxig zu bouncy: Drum-Programmierung, EQ und Mix-Kniffe

Nach dem Pattern folgt die Klangformung. Die Kick bekommt eine gezielte EQ-Bearbeitung: Die boxigen unteren Mitten werden entfernt, die Tiefen für mehr Punch angehoben, der Klick bei 4 kHz betont und die Höhen sanft abgesenkt. Das A/B-Vergleich ist subtil, aber wirkungsvoll – typisch für den 80er-Sound.

Anschließend wird der Stereo-Drumbus verfeinert: Die Hi-Hats werden durch Absenken der oberen Mitten entschärft, ein wenig Höhen werden abgerollt, die Bässe zurückgenommen, um Platz für die Kick zu schaffen. Das Ergebnis ist ein runderer, weniger schriller Drum-Mix. Der Clap bekommt etwas Hall und wird dezent zurückgemischt, der gesamte Drumbus erhält zum Schluss noch einen leichten EQ für mehr Zusammenhalt.

Der Workflow bleibt dabei stets musikalisch und methodisch – ein gutes Beispiel dafür, dass es auf iterative Feinarbeit und kritisches Hören ankommt, nicht nur auf die Wahl der Samples. Entscheidend ist, das Beste aus dem vorhandenen Equipment herauszuholen und zu wissen, wann genug ist.


Keine Kompression: Swedeens Philosophie im Geiste

Ganz im Sinne von Bruce Swedeens legendärer Studio-Philosophie verzichtet der Host bewusst auf Kompression bei den LM-Drums. Ziel ist es, den natürlichen Punch und die Klarheit zu bewahren, statt den Groove platt zu drücken. Diese Entscheidung ist sowohl technisch als auch ästhetisch eine Hommage an die Originalproduktion.

Für Modular-Fans und Puristen ein erfrischender Reminder: Manchmal ist der beste Trick, bewusst auf ein weiteres Tool zu verzichten. Das Ergebnis ist ein lebendiger, offener Drum-Sound als solides Fundament für das weitere Remake.

Ich habe es hier bewusst clean gelassen, um Bruce Swedeens Philosophie treu zu bleiben, Kompression zu vermeiden, wenn es geht.

© Screenshot/Zitat: Behringer (YouTube)

Ausblick: Synth-Bass und mehr

Zum Abschluss gibt es einen Ausblick: Als nächstes steht der ikonische Synth-Bass auf dem Plan. Mit dem Drum-Fundament in der Tasche verspricht die Serie, weitere Elemente von ‚Thriller‘ in den kommenden Episoden zu sezieren. Für alle, die sich für Signalfluss und Patch-Philosophie begeistern, ein spannender Ausblick.


Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Du findest ihn hier: https://synthmagazine.com/behringers-thriller-remake-affordable-synths-legendary-grooves/
Zum YouTube Video:


Zum YouTube Video: