Elektron Digitone II: Modulares Denken trifft polyphone Power

24. Oktober 2024

LYRA

Elektron Digitone II: Modulares Denken trifft polyphone Power

Der Digitone II von Elektron ist eine mutige Neuinterpretation ihrer FM-zentrierten Groovebox, jetzt erweitert zu einem 16-spurigen, 16-stimmigen polyphonen Synthesizer mit eindeutig modularem Workflow. Im offiziellen Video führt das Elektron-Team durch die neue Multi-Engine-Soundarchitektur, fortschrittliche Sequencing- und Modulationswerkzeuge, die die Grenzen digitaler Synthese verschieben. Von den frischen Wavetone- und Swarmr-Engines bis hin zu den tiefen Performance-Features und der vielseitigen Konnektivität positioniert sich der Digitone II als kreatives Zentrum für Studio und Bühne. Wir schauen, was tatsächlich demonstriert wird – und wo Elektron noch Raum für eigene Entdeckungen lässt.

Ein polyphones Spielfeld: Die Grundarchitektur des Digitone II

Der Digitone II wird als 16-spuriger, 16-stimmiger polyphoner Synthesizer vorgestellt – ein deutlicher Sprung von der ohnehin schon leistungsstarken FM-Basis des Vorgängers. Im Video wird die Fähigkeit betont, sowohl als Synthese- als auch als MIDI-Kraftpaket zu dienen, wobei die Spuren flexibel für beide Zwecke genutzt werden können. Diese Vielseitigkeit ist in Elektrons charakteristischen modularen Workflow eingebettet und ermöglicht es, komplexe Arrangements und Klanglandschaften zu gestalten.

Die Moderatoren unterstreichen die Weiterentwicklung des Instruments und beschreiben es als multitimbrales Gerät, das Klänge durch ein Prisma schillernder Klangfarben zieht. Der Workflow wird als modularer denn je beschrieben, mit erweitertem Sequencer und zahlreichen neuen Features, die zur tiefen Erkundung einladen. Elektrons Fokus auf Performance und Tweakability ist von Anfang an klar und positioniert den Digitone II als leistungsstarkes und spaßiges Werkzeug für Hands-on-Sounddesign.

It is the reimagining of an already potent box of FM synthesis into a multi-machine many realm-reaching wonder.

© Screenshot/Zitat: Weareelektron (YouTube)

Multi-Engine-Synthese: Von FM bis Swarmr und darüber hinaus

Choose from multiple unique melodic synth engines, FM and beyond, as well as rich, percussive options.

© Screenshot/Zitat: Weareelektron (YouTube)

Das Herzstück der Klangpalette des Digitone II liegt in seinen verschiedenen digitalen Synthese-Engines. Im Video werden vier Hauptmaschinen vorgestellt: Wavetone, Swarmr, FM Tone und FM Drum. Wavetone wird als moderne Variante des klassischen Zwei-Oszillator-Synths beschrieben, mit morphbaren Oszillatorformen, Phasenverzerrung und Modulationsoptionen wie Ringmod und Hard Sync. Diese Engine steht für Präzision und Flexibilität und ermöglicht es, den Klangcharakter sehr fein zu bestimmen.

Swarmr hebt das Supersaw-Konzept auf ein neues Level und bündelt sieben Oszillatoren mit unabhängiger Wellenformauswahl, Detuning und Noise-Modulation. Das Ergebnis sind reichhaltige, komplexe Texturen, die weit über traditionelle analoge Emulationen hinausgehen. FM Tone bringt den ursprünglichen FM-Synthese-Engine des Digitone zurück, der für seine Klarheit und Vielseitigkeit bei der Gestaltung von gläsernen Leads bis zu aggressiven Bässen geschätzt wird.

Abgerundet wird das Set durch FM Drum, das trotz seines perkussiven Fokus genug Flexibilität bietet, um auch melodische Klänge zu erzeugen. Im Video wird gezeigt, wie Transienten- und Noise-Einstellungen Charakter und Spritzigkeit hinzufügen – von knackigen Snares bis zu experimentellen Sounds. Die Vielfalt dieser Engines unterstreicht den Anspruch des Digitone II als vielseitiges Sounddesign-Tool.

Sequencing weitergedacht: Parameter Locks, Euklidische Muster und mehr

Der Sequencer von Elektron war schon immer ein Alleinstellungsmerkmal, und der Digitone II treibt dies noch weiter. Der erweiterte Sequencer unterstützt jetzt bis zu 128 Steps pro Pattern und bietet damit viel Raum für komplexe Kompositionen. Parameter Locks bleiben das Herzstück und ermöglichen es, einzelnen Steps individuelle Parameterwerte zuzuweisen – ein zentrales Werkzeug für dynamische, sich entwickelnde Sequenzen.

Im Video werden fortgeschrittene Features wie Step-Conditions, Wahrscheinlichkeiten und Retrig hervorgehoben, die eine feingranulare Kontrolle über rhythmische Variationen erlauben. Besonders der neue Euklidische Sequencer-Modus mit zwei Puls-Generatoren eröffnet algorithmische Pattern-Generierung für alle, die nach neuen kreativen Wegen suchen. Page-Loops und Live-Recording erweitern die Möglichkeiten beim Komponieren und Performen und stärken Elektrons Ruf für tiefgehendes, hands-on Sequencing.

At the heart of it all, as ever, is parameter locking.

© Screenshot/Zitat: Weareelektron (YouTube)

Modulation und Filter: Präzise Klangformung

Try out a variety of filter types, such as comb negative and comb positive, offering particularly experimental sounds.

© Screenshot/Zitat: Weareelektron (YouTube)

Der modulare Ansatz des Digitone II zeigt sich besonders in den Modulations- und Filtermöglichkeiten. Das Gerät bietet eine Vielzahl von Filtertypen – darunter Comb (positiv und negativ), Multimode, EQ sowie klassische Low/High-Pass-Filter – die jeweils eigene Klangfarben mitbringen. Besonders flexibel ist das Bass-Width-Filter, das vor oder nach anderen Filtern in der Signalkette platziert werden kann und so nuancierte Klanggestaltung erlaubt.

Im Bereich Modulation erhält jede Stimme eine eigene Amp-Hüllkurve (ADSR oder AHG für perkussive Sounds) sowie drei LFOs pro Spur. Diese LFOs können eine breite Liste von Zielen ansteuern und bieten verschiedene Shapes, Fade-Styles und Modi. Im Video wird dazu angeregt, sich diese Tiefe multipliziert mit 16 Spuren vorzustellen – ein enormes Potenzial für dynamische, sich entwickelnde Patches. Keytracking und flexible Modulationsroutings unterstützen zudem ausdrucksstarke, keyboardbasierte Performances.

Performance-Tools und Konnektivität: Integration des Digitone II

Der Digitone II ist für nahtlose Integration in verschiedenste Setups konzipiert – egal ob im Studio oder auf der Bühne. Im Video werden symmetrische Stereo-Ins und -Outs, Send-Effekte, Overdrive und Kompressor gezeigt, die sich für umfassende Stereo-Bearbeitung kombinieren lassen. Alle 16 Spuren sind MIDI-fähig, wodurch das Gerät als flexibles Zentrum für die Steuerung externer Geräte wie auch interner Sounds dient.

Performance-Features wie Note Edit, frei zuweisbare Modulationen (darunter Aftertouch, Pitch Bend, Mod Wheel, Velocity und Breath Control) und der Arpeggiator werden als Werkzeuge hervorgehoben, um musikalische Ideen in Echtzeit zu formen und zu transformieren. Das Kit- und Perform-Kit-System ermöglicht schnellen Zugriff und kreatives Experimentieren, während Control All und Trick-Modes sofortigen Zugriff auf tiefe Parameter-Tweaks bieten. Song-Mode rundet das Paket ab und unterstützt strukturierte Live-Sets und komplexe Arrangements.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/elektron-digitone-ii-modular-mindset-meets-polyphonic-power/
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