Acht Kanäle Chaos, feinjustiert von Molten Music Technology. Der Mylar Melodies Random8 ist nicht einfach ein weiterer Random-CV-Generator – er ist eine modulare Waffe, zusammen mit Befaco gebaut und bereit, dein Rack zu übernehmen. Robin Vincent grillt ihn britisch trocken: von abgefahrenen Modulationen bis zu kompromisslosen Preset-Spielereien. Wenn du denkst, du kennst Zufall, hast du Random8 noch nicht erlebt.

10. Juli 2026
SPARKY
Molten Music Technology vs. Zufall: Das Random8-Chaos
Digitakt, Gemini Dual Filter, Music Thing Modular Turing Machine, Mylar Melodies Random8, O'Toole scope, Pamela's Pro Workout, Proteus, Shroud of Turing, Sycamore from Divergent Waves
Zufall entfesselt
Gleich zu Beginn wirft uns Robin Vincent von Molten Music Technology ins kalte Wasser mit dem Mylar Melodies Random8 – ein Eurorack-Modul, geboren aus der unheiligen Verbindung von Chaos und Kontrolle. Acht Kanäle Random-CV, jeder bereit, dein liebevoll gebautes Patch in einen echten Rave-Bunker zu verwandeln. Wer denkt, Zufall sei nur was für Leute ohne Melodien, liegt falsch – hier übernimmt die Maschine die Arbeit, während du dich um den Spaß kümmerst.
Die Abstammung ist klar: inspiriert von der Turing Machine, aber auf Steroiden und mit besseren Schuhen. Das DNA ist da, aber mit der Art Mutation, die es ermöglicht, dein ganzes Set mit einem Stück Silizium zu fahren. Robin stellt klar: Diese Kiste steht für Vielseitigkeit – mal pures Chaos, mal ein sorgfältig kuratierter Strom von Spannungen. Vergiss Basic Random – das hier ist Modulation auf Straßenlevel mit Optionen.
Skalieren, Offsetten, Speichern – Repeat
Jetzt zu den Features: Skalierung und Offset geben dir die Kontrolle, ob du die Spannungen zähmen oder entfesseln willst. Melodien eine Oktave höher schieben? Erledigt. Modulation eng begrenzen? Kein Problem. Das Menü ist so kryptisch wie eine dunkle Gasse in Soho, aber wenn du die Farbcodes und Button-Holds einmal drauf hast, läuft’s – oder ist zumindest nach ein paar Tassen Tee machbar.
Das eigentliche Highlight ist das Preset-System. Sieben verschiedene Zustände speichern, das Modul in Sekunden von blubbernder Modulation zu melodischen Loops flippen – ein echter Hack für Live-Performer oder alle, die ihr Chaos gern vorbereiten. Robin merkt an: Klar kannst du on-the-fly schrauben, aber die wahre Magie kommt, wenn du deine Patches vorbereitest und mit den Presets tektonische Verschiebungen im Set auslöst. Aber erwarte kein Beethoven – das ist ein Randomizer, kein Sequencer, und genau darin liegt sein Charme.

"So I can turn it off now, and I turn it back on again, and it will be exactly as it was."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Simpel vs. Komplex: Der Balanceakt

"Simplicity means this instantness you get about it, this intuitiveness. Complexity gives you options and versatility and power."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Hier zeigt der Random8, was er kann: Er balanciert zwischen absoluter Einfachheit und abgründiger Tiefe. Du willst Direktheit? Kein Problem – Clock rein, Knopf drehen, los geht’s. Aber tauchst du in die Menüs ab, findest du Kontroll-Ebenen, die dich schnell im Chaos versinken lassen. Robin spricht’s an: Mit acht Kanälen vergisst du leicht, was du wo gemacht hast, besonders nach ein paar Runden Patchen. Ein Knopf steuert alles, aber worauf er gerade zeigt, weißt du nach einer Session oft nicht mehr.
Das Ergebnis? Riesige Vielseitigkeit auf engem Raum, aber der Preis ist etwas Menü-Gewühle und gelegentliche Existenzkrisen, wenn du dich an deine Patch-Entscheidungen erinnern willst. Molten Music Techs Ansatz: Einfach die Fluidität annehmen und sich vom Zufall überraschen lassen. Wer One-Knob-per-Function liebt, fühlt sich hier wie im Toaster-Fight – aber wer das Chaos surft, ist im Paradies.
Melodien, Modulationen und sich entwickelndes Chaos
Jetzt zum guten Teil: Was kann das Teil eigentlich? Robin zeigt Loops, sich entwickelnde Patterns und wie Skalen helfen, aus dem Chaos echte Melodien zu holen. Locked Groove? Einfach Loop greifen. Langsame Morphings? Lass es evolvieren. Der Random8 spuckt alles aus – von blubbernden Filtermodulationen bis zu synkopierten Pitch-Linien, und mit acht Kanälen kannst du Bass, Lead und Modulation gleichzeitig fahren.
Gerade für Live-Performance ist das Ding Gold wert – Patches vorbereiten, zwischen Presets springen, und du hast ein Arsenal an morphendem Zufall immer griffbereit. Robin demonstriert, wie verschiedene Random-Styles und quantisierte Skalen alles musikalisch, aber nie vorhersehbar halten. Manche Feinheiten, wie die Unterschiede zwischen den Random-Styles oder das Zusammenspiel mit echten Drums, erlebt man am besten im Video. Glaub mir: Random8 in Aktion muss man hören und sehen.

"But that ever changing change of randomness is always going to be adding variation, always going to be adding interest."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Keine Trigger, kein Problem? Das Fazit

"Now, this is a randomization device. It's not a trigger sequencer."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Robin verschweigt nicht, dass die fehlenden Trigger-Outputs ein kleiner Wermutstropfen sind. Wer Gates oder Pulses will, braucht ein weiteres Modul – vielleicht ein Pamela’s Pro Workout oder irgendwas anderes mit Triggern. Das heißt: mehr Patchkabel, mehr Planung, aber der Random8 bleibt fokussiert auf das, was er am besten kann: Spannungen mit Stil randomisieren.
Wunsch für die Zukunft? Vielleicht ein Firmware-Update, das ein paar Kanäle zu Puls-Outputs macht. Aber so wie er ist, bleibt das Biest bei CV, nicht bei Gates. Am Ende ist er ein fester Bewohner in Robins Rack – ein chaotischer, bunter Spielplatz für alle, die mit ein bisschen Spannungs-Anarchie umgehen können. Der Random8 ist nicht perfekt, aber definitiv eine klangliche Straßenwaffe, die dein Modular-Set frisch und unberechenbar hält.
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