OXI Instruments OXI One MKII: Accumulatoren entfesselt

29. Januar 2026

MILES

OXI Instruments OXI One MKII: Accumulatoren entfesselt

OXI Instruments meldet sich mit einem tiefgehenden Einblick in die Accumulator-Funktion ihres OXI One MKII Sequencers zurück – ein Feature für alle, die nach sich entwickelnden Sequenzen und direkter Kontrolle lechzen. Im offiziellen Walkthrough zeigen die spanischen Innovatoren, wie Accumulatoren sowohl monophone als auch polyphone Patterns verwandeln und dabei eine Spielwiese für Pitch-Offsets, Logikbedingungen und musikalischen Zufall bieten. Wie immer bei OXI steht das unmittelbare, performative Ergebnis im Vordergrund, nicht das Verirren in Menüs. Wer wissen will, wie ein Sequencer zum echten Kompositionspartner wird, sollte dieser Episode definitiv ein Patchkabel widmen.

Accumulatoren: Der Puls sich entwickelnder Sequenzen

OXI Instruments eröffnet die Episode mit der Vorstellung der Accumulator-Engine, einer Funktion, die sowohl im Mono- als auch im Poly-Modus des OXI One MKII verfügbar ist. Hier dreht sich alles um kontrollierte musikalische Entwicklung – Sequenzen können sich über die Zeit hinweg verändern, ohne ihre harmonische Basis zu verlieren. Jeder Step einer Sequenz kann mit einer eigenen Accumulator-Einstellung versehen werden, was eine seltene Detailtiefe bei Hardware-Sequencern ermöglicht.

Das Video startet mit einer einfachen Vier-Step-Sequenz und zeigt, wie selbst wenige Noten durch Accumulatoren deutlich interessanter werden. Durch Pitch-Offsets pro Step entstehen sich entwickelnde Motive und Melodien, die dank der Quantisierung zur gewählten Skala stets musikalisch bleiben. Das Ergebnis: Ein Sequencer, der lebendig wirkt und das Patch immer weiter vorantreibt, ohne ins Chaos abzudriften.

The Accumulator engine, available for mono and poly mode, is a powerful way to make your sequences evolve in a controlled and musical way.

© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)

Pitch-Offsets pro Step und quantisierte Kontrolle

Every time the playhead passes on that step, that step will be offset by one semitone, quantized to the scale of course.

© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)

Im nächsten Schritt zeigt das Video, wie für jeden Step der Accumulator-Betrag in Halbtonschritten festgelegt werden kann – stets quantisiert zur aktuellen Skala. So bleiben sich entwickelnde Sequenzen immer musikalisch stimmig; unerwartete Mikrotonalitäten gibt es nur auf Wunsch. Der Workflow ist direkt: Step halten, Accumulator-Seite aufrufen, gewünschten Wert einstellen.

Sowohl positive als auch negative Accumulation sind möglich, sodass Sequenzen steigen oder fallen können. Mit Limits lässt sich definieren, wie weit die Accumulation reicht, bevor sie zurückgesetzt wird – von subtilen melodischen Variationen bis zu dramatischen Pitch-Sprüngen. Das alles bleibt unmittelbar und haptisch, ohne sich in Menüs zu verlieren.

Modi: Clip, Wrap, Pendulum und mehr

Ein Highlight der Accumulator-Funktion ist die Vielfalt an Modi, die jeweils ein eigenes musikalisches Verhalten bieten. Im ‚Clip‘-Modus wird die Accumulation beim Erreichen des Limits auf Null zurückgesetzt – ideal für zyklische Motive. ‚Wrap‘ hingegen trägt den Überschuss über das Limit hinaus zurück auf die Grundnote und erzeugt so unvorhersehbare melodische Loops. ‚Pendulum‘ lässt die Tonhöhe auf- und absteigen, während ‚Hold‘ die Sequenz am Peak einfriert – perfekt, um Spannung zu erzeugen.

Jeder Modus kann zusätzlich mit einer Randomisierung versehen werden, sodass die Accumulation unvorhersehbar nach oben oder unten wandert. Das bringt eine Prise generative Magie ins Spiel und lässt selbst simple Patterns organisch und weniger mechanisch wirken. Das Video führt durch alle Modi und zeigt praxisnah, wie sich diese für subtile oder dramatische musikalische Veränderungen nutzen lassen.

Now clip means that when the accumulation reach is highest, it resets to 0.

© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)

Logikbedingungen: Rhythmische Komplexität auf Knopfdruck

Der OXI One MKII belässt es nicht bei Pitch-Manipulation – mit Logikbedingungen lässt sich steuern, wie oft eine Accumulation stattfindet. Über Prozentwerte oder zyklusbasierte Bedingungen entstehen sich entwickelnde Rhythmen, bei denen Pitch-Änderungen nur bei bestimmten Durchläufen auftreten. Modi wie ‚Skip‘ und ‚Ignore‘ verfeinern das Verhalten weiter und bestimmen, ob der letzte Wert gehalten oder zur Originalnote zurückgesprungen wird, wenn keine Accumulation aktiv ist.

Auch die ‚Trig‘-Einstellungen werden im Video beleuchtet: Sie regeln, wie Accumulatoren mit Step-Wiederholungen und globalem Track-Verhalten interagieren. Ob jede Note, nur Wiederholungen oder nur der Hauptstep akkumuliert wird – diese Optionen bieten ein Werkzeugset für komplexe rhythmische und melodische Entwicklungen. Die Flow-basierte Logik, bei der Accumulation live umgeschaltet werden kann, eröffnet zudem spannende Performance-Möglichkeiten für das Echtzeit-Spiel mit sich entwickelnden Sequenzen.


Poly-Modus: Akkordfolgen und harmonisches Spiel

We recently implemented accumulator to poly mode too. This is pretty big.

© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)

Besonders spannend ist die Erweiterung des Accumulators auf den Poly-Modus. Nun können Accumulatoren auf ganze Akkorde angewendet werden, nicht nur auf einzelne Noten. Das bedeutet: Mit nur einem Step lassen sich sich entwickelnde Akkordfolgen erzeugen, wobei jede Note im Akkord gemäß den Accumulator-Regeln verschoben wird.

Das Video zeigt, wie einfach sich so wechselnde Harmonien programmieren lassen – von simplen Zwei-Akkord-Vamps bis zu komplexeren, skalenbasierten Progressionen. Die Quantisierung hält alles musikalisch zusammen, während Modi und Logikbedingungen für endlose Variationen sorgen. Wer seinen polyphonen Sequenzen Leben einhauchen will, findet hier ein mächtiges Werkzeug für Komposition und Performance.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/oxi-instruments-oxi-one-mkii-accumulators-unleashed/
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